Ärzte Zeitung, 19.01.2007

FUNDSACHE

33 Fragen und ein Kompressionstrumpf

Der Allgemeinarzt Bernd G. Fröhlich aus Stuttgart mag seine Arbeit. Nur wenn die Krankenkassen ihn mit sinnfreien Anfragen zuschütten, findet seine Contenance ein Ende.

So geschehen im Dezember, als die AOK nach der Verordnung von Kompressionsstrümpfen für eine Patientin mit Lymphödem ihm einen elf Punkte umfassenden Fragebogen zukommen ließ. Für Fröhlich war dies eine "Beleidigung für jeden sorgfältig und nach allen Kriterien der Wirtschaftlichkeit verordnenden Arzt".

Fröhlich hatte eigentlich vor, ironisch Bürokratie mit Bürokratie zu vergelten - und setzte ein Schreiben mit 33 Fragen an die AOK auf. Ziel war es, den Auswuchs an Bürokratiewahn auf die Spitze zu treiben ("Gibt es eine Vorschrift für diese Fragebögen? Wo ist sie zu finden?").

Doch die Ironie hat bei der AOK niemand verstanden. "Die wollen wirklich auf die Fragen reagieren", wundert sich Fröhlich. Zum Glück ist die Verordnung inzwischen genehmigt. (fst)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3195)
Organisationen
AOK (7073)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »