Ärzte Zeitung, 19.01.2007

FUNDSACHE

33 Fragen und ein Kompressionstrumpf

Der Allgemeinarzt Bernd G. Fröhlich aus Stuttgart mag seine Arbeit. Nur wenn die Krankenkassen ihn mit sinnfreien Anfragen zuschütten, findet seine Contenance ein Ende.

So geschehen im Dezember, als die AOK nach der Verordnung von Kompressionsstrümpfen für eine Patientin mit Lymphödem ihm einen elf Punkte umfassenden Fragebogen zukommen ließ. Für Fröhlich war dies eine "Beleidigung für jeden sorgfältig und nach allen Kriterien der Wirtschaftlichkeit verordnenden Arzt".

Fröhlich hatte eigentlich vor, ironisch Bürokratie mit Bürokratie zu vergelten - und setzte ein Schreiben mit 33 Fragen an die AOK auf. Ziel war es, den Auswuchs an Bürokratiewahn auf die Spitze zu treiben ("Gibt es eine Vorschrift für diese Fragebögen? Wo ist sie zu finden?").

Doch die Ironie hat bei der AOK niemand verstanden. "Die wollen wirklich auf die Fragen reagieren", wundert sich Fröhlich. Zum Glück ist die Verordnung inzwischen genehmigt. (fst)

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