Ärzte Zeitung, 22.09.2010

Fundsache

Sie paaren sich unter der Laterne

Die Lichter der Großstadt haben einen negativen Effekt auf das Paarungsverhalten heimischer Singvögel: Die Männchen gehen häufiger fremd, und die Weibchen legen früher ihre Eier.

Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben fünf Singvogelarten beobachtet. Wo es viele Straßenlaternen gibt, fangen Männchen morgens deutlich früher an zu singen als ihre Artgenossen an Waldrändern. Zudem zeugen sie fast doppelt so viele Nachkommen mit fremden Weibchen. Die Weibchen wiederum legen bei Kunstlicht bis zu anderthalb Tage früher ihre Eier. Die Ornithologen, so berichtet das Deutschlandradio, betrachten die Entwicklung mit Sorge. Frühes Singen gelte normalerweise als typisches Merkmal von Männchen mit sehr guten Genen. Das Paarungsverhalten städtischer Singvögel könne zu weniger robustem Nachwuchs führen. (Smi)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3195)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »