Ärzte Zeitung, 28.09.2012

Fundsache

Hodenkrebs-Risiko: Kiffen oder Koksen?

Nach dem Joint noch etwas Schnee in die Nase - das dürfte wohl kaum die Empfehlung sein, die sich aus einer aktuellen Studie ableiten lässt. Aber das durchs Kiffen erhöhte Hodenkrebsrisiko wäre mit dem Koksen rein rechnerisch wieder normalisiert.

Dass die Art des Drogenkonsums tatsächlich die Rate von Hodenkrebs beeinflusst, wollen Präventionsmediziner aus Los Angeles belegt haben (Cancer 2012; online 10. September).

Sie fanden bei 163 jungen Männern mit Hodenkrebs im Vergleich zu 292 Probanden ohne den Krebs bei Marihuana-Konsum ein um 32 Prozent erhöhtes Hodenkrebsrisiko. Im Gegensatz dazu war das Hodenkrebsrisiko bei Kokainkonsum halbiert.

Hodenkrebs und auch Drogenkonsum haben in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen, so die Autoren. Cannabis-Bestandteile könnten das Hormonsystem beeinflussen. (mut)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »