Bei Heranwachsenden wird ein Eisenmangel oft unterschätzt

MÜNCHEN (sto). Bereits ein leichter Eisenmangel ohne Anämie kann sich bei Heranwachsenden ungünstig auf deren weitere Entwicklung auswirken. Die in dieser Altersgruppe fast durchgängig verringerten Serum-Ferritin-Werte würden zu Unrecht als normal angesehen, so Privatdozent Peter Nielsen von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

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"Mädchen ab dem 12. und Jungs ab dem 13. Lebensjahr sind fast zu 100 Prozent Eisenmangelpatienten", sagte Nielsen bei einer Fortbildungsveranstaltung in München. Denn bei ihnen erhöhen sich in kurzer Zeit Blutvolumen und die Muskelmasse stark. Bei Mädchen geht zudem durch die einsetzende Menstruation Eisen verloren. Besonders betroffen seien untergewichtige Mädchen, die keine tierischen Produkte essen.

Die tägliche Nahrungseisen-Zufuhr sollte 10 bis 15 mg pro Tag in Form einer Mischkost betragen. Davon werden etwa zehn Prozent, also etwa ein bis 1,5 mg Eisen pro Tag, tatsächlich aufgenommen, erläuterte Nielsen. Bereits eine geringe Störung des Gleichgewichtes zwischen Eisenaufnahme und -verlust könne einen Eisenmangel bewirken.

Untersuchungen bei Menschen hätten zum Beispiel ergeben, daß auch leichte Eisenmangelzustände, bei denen nur die Eisenreserve erschöpft, die Hämoglobinsynthese aber noch nicht beeinträchtigt ist, bereits negative Auswirkungen haben können. Häufig geschilderte Allgemeinbeschwerden sind dann zum Beispiel Müdigkeit, Mattigkeit und Abnahme der Konzentrationsfähigkeit. Bei Kindern und Jugendlichen kommt es zudem oft zu Mundwinkelrhagaden.

Außerdem werde diskutiert, daß bereits ein Eisenmangel ohne Anämie bei Heranwachsenden negative Auswirkungen auf kognitive Leistungen haben könne, berichtete der Zellbiologe weiter. Eine hochregulierte Eisenabsorption bei leichtem Eisenmangel könne zudem die vermehrte Absorption von toxischen Schwermetallen wie Blei und Cadmium aus der Nahrung begünstigen.

Patienten mit nachgewiesenem Eisenmangel - sowohl Eisenmangelanämie als auch Speicher-Eisenmangel - sollten daher eine orale Eisentherapie erhalten, forderte der Wissenschaftler. Normal sei ein Serum-Ferritin-Wert von 35 bis 235 µg pro Liter. Niedrigere Werte seien ein Hinweis auf verringerte Eisenreserven. Ein Wert unter 12 µg pro Liter gelte als sicheres Zeichen vollständig entleerter Eisenspeicher. Zur Therapie riet er, Fe-II-Präparate mit nachweislich guter Bioverfügbarkeit zu verwenden, etwa ferro sanol®. Denn damit sei eine wirksame und verträgliche Behandlung möglich.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.eiseninfo.de

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