Ärzte Zeitung, 15.07.2004

Statine wirken protektiv auch auf die Nieren

Neue Studiendaten dokumentieren Verbesserung der Nierenfunktion bei KHK-Patienten durch Atorvastatin

THESSALONIKI (ob). Die Liste der vermuteten oder belegten protektiven Effekte von Statinen wird immer länger. Nach neuesten Daten ist von der Lipidsenkung mit einem Statin auch eine günstige Wirkung auf die Nierenfunktion zu erwarten.

Außer Diabetes und Hypertonie sind auch hohe Lipidwerte ein renaler Risikofaktor, wie erst kürzlich eine Analyse der Daten der Physicians’ Health Study ergeben hat. Auch wurde in Studien mit Pravastatin oder Simvastatin beobachtet, daß die Lipidsenkung mit diesen Statinen eine Abnahme der Nierenfunktion zumindest bremste.

Noch positivere Ergebnisse bringt jetzt die GREACE-Studie (J Clin Pathol 57, 2004, 728). GREACE ist eine von griechischen Ärzten ohne Firmenunterstützung initiierte Studie mit 1600 KHK-Kranken. Ziel war, eine leitlinienkonforme Lipidtherapie (LDL-Senkung unter 100 mg/ dl) mit Atorvastatin (Sortis®) mit einer üblicher Praxis entsprechenden Behandlung zu vergleichen. Das 2002 veröffentlichte Hauptergebnis: Die Raten für Mortalität und Morbidität wurden durch die stringentere Therapie mit Atorvastatin im Vergleich zur üblichen Therapie - hier erhielten nur 12 Prozent ein Statin - signifikant gesenkt.

In der neuen Auswertung sind mögliche Veränderungen der Nierenfunktion - gemessen an der Kreatinin-Clearance (KrCl) - in Abhängigkeit von der Art der Behandlung analysiert worden. Bei in üblicher Weise behandelten Patienten, die kein Statin erhielten, nahm die KrCl um 5,2 Prozent ab. Bei der Minorität der mit Statinen behandelten Patienten dieser Gruppe war dagegen eine KrCl-Zunahme um 4,9 Prozent zu verzeichnen. Als noch günstiger erwies sich die auf Zielwerterreichung ausgerichtete Lipidsenkung mit Atorvastatin, die zu einer signifikanten KrCl-Zunahme um 12 Prozent führte. Dieser positive Effekt war um so ausgeprägter, je höher die Dosis und je niedriger der KrCl-Ausgangswert war.

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