Direkt zum Inhaltsbereich

Zielen TV-Spots für Big Mac und Co. vor allem auf Farbige?

NEW YORK (IPS). Fettleibigkeit ist in den USA vor allem bei Afro-Amerikanern ein Problem. Kürzlich hat eine neue Untersuchung im ‚American Journal of Public Health‘ Belege dafür zu finden versucht, ob sich Fernsehwerbung für ungesunde Nahrungsmittel vor allem an farbige US-Amerikaner wendet.

Von Gabriel Packard Veröffentlicht:

Der Studie zufolge werden TV-Shows, die sich vor allem an ein afro-amerikanisches Publikum wenden, jede halbe Stunde bis zu fünfmal von Werbeblöcken unterbrochen und damit häufiger als die drei Mal, die zur besten Sendezeit Durchschnitt sind. Zudem konzentriert sich die Reklame auf Süßigkeiten, Schokolade und Limonade.

Die Folgen des übermäßigen Konsums solcher Leckereien spiegeln Sendungen wie "Jamie Foxx" und "Moesha", in denen in erster Linie Farbige auftreten. Unterbrochen von Junk-food-Werbung zeigen sie wesentlich häufiger schwergewichtige Darsteller als "Friends" oder "Frasier", die in erster Linie mit weißen und schlanken Schauspielern um weiße Zuschauer buhlen. Einen Zusammenhang zwischen der überdurchschnittlich häufigen Fettleibigkeit unter US-amerikanischen Farbigen und den Werbestrategien hat die neue Untersuchung nicht hergestellt. Sehr wohl aber sehen Vertreter des "California Black Health Network" dort eine Verbindung. Ein Vertreter dieses Gesundheitsprogramms für Afro-Amerikaner sagt: "Was einem ständig unter die Nase gehalten wird, kauft man irgendwann." Auch wenn er den bewegungsarmen Lebensstil vieler Farbiger als ebenfalls ursächlich für Gewichtsprobleme sieht, so vermutet er in der Werbung doch eine gezielte Strategie der Fast- und Junk-food-Hersteller.

Nach jüngsten Erkenntnissen sind 27 Prozent aller Afro-Amerikaner übergewichtig und 19 Prozent der US-Bevölkerung im nationalen Durchschnitt. Damit gehen farbige US-Bürger ein hohes gesundheitliches Risiko ein. Mehrere Studien belegen den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit im Kindesalter und späteren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes und sogar Krebs.

Schätzungen zufolge sterben in den USA jedes Jahr 300 000 Menschen an den Folgen von Übergewicht - es ist mittlerweile der zweitwichtigste Grund für vermeidbare Todesfälle in den Vereinigten Staaten.

Besonders stark zugenommen hat Übergewicht bei US-amerikanischen Kindern. Gegenwärtig sollen 15 Prozent der sechs- bis 19jährigen deutlich zu schwer sein, doppelt so viele Kinder und Jugendliche wie vor 20 Jahren. Wie eine Untersuchung des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistik zeigt, sind in den USA aus der Altersgruppe der Vier- bis Zwölfjährigen 21,5 Prozent der farbigen, 21,8 der hispanischen und 12,3 Prozent der weißen Kinder zu schwer.

Eine Ernährungsumstellung fällt aber gerade Eltern von farbigen Kindern schwer, finden sich doch in Stadtvierteln mit überwiegend afro-amerikanischen Einwohnern besonders viele "Pizza-Hut"- oder "Burger-King"-Filialen. Nach einer im Juli im ‚Journal of International Medicine' veröffentlichten Studie bieten Supermärkte in hauptsächlich von Farbigen bewohnten Vierteln in Los Angeles nur ein schmales Sortiment gesunder Produkte an. Entrahmte Milch etwa war nur in 38 Prozent der Läden zu bekommen, aber in 80 Prozent aller Geschäfte in Gegenden, in denen vor allem Weiße wohnen.

Mehr zum Thema

Destatis

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig

Bewusster Verzicht

Was bringt Fasten bei Schmerz?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor