Niedriger HDL-Wert hat bei KHK-Kranken großes Gewicht

BERLIN (hbr). Niedriges HDL-Cholesterin, erhöhte Triglyceride und kleine dichte LDL-Partikel werden als HDL-Faktor zusammengefaßt. Dieser Faktor ist bei KHK-Patienten mit dem Vorliegen einer koronaren Stenose assoziiert und zudem ein Prädiktor vaskulärer Ereignisse, hat eine Studie ergeben.

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Die Werte waren ein zentrales Problem der KHK-Patienten in der Studie, hat Professor Heinz Drexel aus Österreich bei einer Prädiabetes-Tagung in Berlin berichtet.

    Je schlechter der Glukosestatus ist, umso niedriger ist der HDL-Wert.
   

Er hatte 750 Patienten mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit des Glukosestoffwechsels untersucht, die sich einer Koronarangiographie unterzogen hatten.

Von den Untersuchten hatten 272 normale Nüchternblutzucker-Werte. Eine abnorme Nüchternglukose mit leicht erhöhten Werten von 5,6 bis 6,9 mmol/l wiesen 314 Teilnehmer auf. 164 waren Typ-2-Diabetiker.

Zwischen Lipidparameter und Glukosestatus gab es dabei einen klaren Zusammenhang: Die Triglyceridwerte stiegen von den normalen Glukosewerten über leicht erhöhte Nüchternwerte bis zum eindeutigen Diabetes zunehmend. Das HDL-Cholesterin nahm ab, je schlechter der Glukosestatus wurde, der LDL-Partikeldurchmesser ebenfalls.

Diese von Drexel als HDL-Faktor (dazu gehört auch ApoA) zusammengefaßte Risikokonstellation wiederum war assoziiert mit signifikanten koronaren Stenose. Der LDL-Faktor dagegen, der LDL- und ApoB-Werte widerspiegelt, nicht, betonte er. Das betraf die einzelnen Gruppen ebenso wie die Teilnehmer insgesamt.

Zudem wurden 2,3 Jahre lang die vaskulären Ereignisse registriert. Bei dieser Nachbeobachtung wurde der HDL-Faktor zusätzlich als signifikanter Prädiktor vaskulärer Ereignisse belegt, im Gegensatz zum LDL-Faktor. Das galt für die Patienten insgesamt sowie für die Gruppe der Typ-2-Diabetiker.

Daß der prädiktive Wert sich in so kurzer Zeit herauskristallisierte, unterstreicht seine kardiovaskuläre Bedeutung bei Typ-2-Patienten: Die Therapie müsse künftig auf Bestandteile des HDL-Faktors abzielen, folgerte Drexel bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma.

Insgesamt waren bei den 750 Probanden 95 Ereignisse vom nichttödlichen Herzinfarkt bis zum Herztod vorgekommen. Vor allem Typ-2-Patienten waren davon betroffen.

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