Forschung und Praxis, 06.05.2005

Muskelbeschwerden mit Fluvastatin am seltensten

Daß Statine die kardiovaskuläre Mortalität und Morbidität günstig beeinflussen, ist mittlerweile in vielen Studien nachgewiesen worden. Gelegentlich kann diese Therapie mit Muskelbeschwerden assoziiert sein.

Französische Untersucher um Dr. Eric Bruckert aus Paris haben in einer PRIMO (Prédiction du Risque Musculaire en Observation) getauften Beobachtungsstudie bei 7924 Patienten mit Hyperlipidämie in einer landesweiten Erhebung Informationen über muskuläre Symptome eingeholt. Die in Allgemeinpraxen betreuten Patienten hatten in den Monaten zuvor Statine (Atorvastatin, Fluvastatin, Pravastatin oder Simvastatin) in hoher Dosierung erhalten oder die Behandlung wegen Muskelsymptomen abgesetzt.

Muskelbeschwerden gaben 10,5 Prozent der Befragten an

Ermittelt wurden mögliche Risikofaktoren für das Auftreten von leichten bis mittelschweren Muskelbeschwerden. Insgesamt berichteten 10,5 Prozent aller Befragten über entsprechende Symptome. Deren Entwicklung konnte mit mehreren Risikofaktoren in Zusammenhang gebracht werden, darunter Muskelschmerzen in der Vorgeschichte oder Familienanamnese, ungeklärte Krämpfe sowie unbehandelte Unterfunktion der Schilddrüse.

Behandlung mit 80 mg Fluvastatin schnitt im Vergleich am besten ab

Auch die Wahl des Statins schien von Bedeutung zu sein. Die mit Abstand niedrigste Rate der Muskelbeschwerden (5,1 Prozent) registrierten die Untersucher in der Gruppe der Patienten, die 80 mg Fluvastatin (In Deutschland: Locol®, Cranoc®) erhielten.

Ein Forscherteam um Dr. Patricia Kelly hat in einer Doppelblindstudie bei 41 Patienten, die während einer Statintherapie über Muskelschmerzen klagten, geprüft, ob sich diese Beschwerden durch eine 30tägige Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 verringern lassen. Tatsächlich gaben 18 von 21 Patienten eine Besserung an. Im Falle einer ebenfalls untersuchten Prophylaxe mit Vitamin E waren es nur drei von 20 Patienten. Jetzt hofft man, in größeren Studien diese Behandlungsstrategie noch genauer untersuchen zu können. (ob)

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