Ärzte Zeitung, 26.04.2005

Uniklinik Frankfurt setzt auf mediterrane Kost

Die Deutsche Herzstiftung finanziert die Umstellung / "Starter-Kit" für interessierte Kliniken

FRANKFURT/MAIN (eb). Fleisch gibt es im Klinikum Frankfurt am Main nur als Beilage. Hauptspeisen sind Gemüse und pflanzliche Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Polenta. Denn hier wird jetzt auch mediterrane Kost angeboten (wir berichteten).

Etwa 1100 Patienten-Mittagessen und 1500 warme Mahlzeiten für Mitarbeiter, Studenten und Gäste werden täglich zubereitet. Dabei hat man die Gesundheit der Klinik-Mitarbeiter genauso im Blick wie den Aspekt, daß diese ihre positiven Erfahrungen mit dem neuen Angebot auch am Patientenbett kommunizieren werden.

Professor Anton Moritz, Herzchirurg am Uniklinikum, bat die Deutsche Herzstiftung, deren wissenschaftlichem Beirat er angehört, um Unterstützung. So kam er mit Gerald Wüchner zusammen. Als einer der ersten Klinikköche in Deutschland hatte er bereits vor sechs Jahren die Mittelmeer-Kost in den Speiseplan der Klinik in Rothenburg ob der Tauber aufgenommen und auch in weiteren Häusern etabliert.

Seit Anfang des Jahres hat das Küchenteam der Uniklinik viele neue Rezepturen erprobt, auch Produktionspläne mußten umgestellt werden. Die heute propagierte Mittelmeer-Kost basiert auf Studien, die bereits in den 50er und 60er-Jahren belegten, daß auf der griechischen Insel Kreta besonders wenige Menschen einen Herzinfarkt erlitten. Dort wird vor allem viel Gemüse und Obst gegessen.

Die Deutsche Herzstiftung hat eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich die Einführung der mediterranen Küche in Kliniken und Betrieben zum Ziel gesetzt hat. Die Frankfurter Uniklinik hat als erstes Haus nun die mediterrane Küche eingeführt, ihrem Beispiel sollen weitere folgen. Die Herzstiftung finanziert den Aufwand, der für die Einführung notwendig ist.

Dafür hat Gerald Wüchner ein sogenanntes "Starter-Kit" entwickelt, das die Herzstiftung interessierten Kliniken und Betrieben kostenlos zur Verfügung stellt. Es enthält alles notwendige Material, das die Mitarbeiter der Küche, der Pflege und natürlich auch die Patienten, das Personal in Betrieben und Betriebskantinen über die herzgesunde Küche informiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die HDL-Funktion?

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse im Kontext der PREDIMED-Studie in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Diese 14 neuen Zulassungen helfen Patienten

Die Zulassung neuer Orphan Drugs hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils 14 neue Arzneien zugelassen mehr »