Ärzte Zeitung, 03.04.2006

Zwei von drei Deutschen haben Vitamin-D-Mangel

Substitution beugt Stürzen vor

FRANKFURT AM MAIN (ner). Vitamin D hat eine doppelte Wirkung bei Osteoporose: Es ermöglicht die Kalziumresorption im Darm und hat neuromuskuläre Effekte, die Stürze verhindern helfen. Daher sollte es unbedingt Bestandteil der medikamentösen Therapie sein.

Daran hat Professor Johann D. Ringe aus Leverkusen beim Schmerzkongreß in Frankfurt am Main erinnert. Vitamin D bindet an spezielle Hormonrezeptoren der Skelettmuskelzellen und beeinflußt so deren Funktion. Studien hätten ergeben, daß ein Vitamin-D-Mangel die Gangunsicherheit und damit das Sturzrisiko erhöht, sagte Ringe bei einem vom Unternehmen MSD unterstützen Symposium. Zugleich mobilisiert der Körper bei Vitamin-D-Mangel Kalzium aus dem Knochen, was eine Osteopenie verursacht und das Frakturrisiko erhöht.

Daher müsse bei der Osteoporose-Therapie ausreichend Vitamin D substituiert werden, so Ringe. Nach epidemiologischen Daten liegt die Prävalenz des Vitamin-D-Mangels, also eines Plasmaspiegels von weniger als 30 ng/ml, in Deutschland bei 67 Prozent. In einer Studie lag bei nahezu allen der 78 Patienten über 50 Jahre, die wegen einer Fraktur in eine unfallchirurgische Abteilung gekommen waren, der Vitamin-D-Spiegel unter 30 ng/ml, bei der Hälfte sogar unter 15 ng/ml.

Günstig für Osteoporose-Patienten, die ein Bisphosphonat benötigen, sei die Fixkombination aus Alendronat und Vitamin D. Sie stehe seit einem halben Jahr als Wochentablette (Fosavance®) zur Verfügung, so der Osteologe. Für Alendronat sei hinreichend erwiesen, daß es die Knochenqualität verbessert, das Frakturrisiko senkt und auch langfristig gut vertragen wird. Die Wochentablette enthält 70 mg Alendronat sowie 2800 I.E. Cholecalciferol.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »