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Intensive Lipidtherapie ist schon vor Infarkt nötig

NEU-ISENBURG (mut). Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko erhalten in Deutschland meist erst nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall eine konsequente Lipidtherapie. Die rechtzeitige Therapie mit Cholesterinsenkern könnte viele dieser Ereignisse vermeiden.

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"Nur etwa 20 bis 30 Prozent der Infarkt-Patienten erhalten vor einem Infarkt eine adäquate Lipidtherapie, und das, obwohl bei ihnen ein hohes kardiovaskuläres Risiko schon lange vor dem Ereignis bekannt ist." Darauf hat Professor Achim Weizel von der Lipid-Liga zum heutigen "Tag des Cholesterins" hingewiesen.

Die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Ereignissen sei weitgehend obsolet, wenn es um eine konsequente Lipidtherapie gehe, sagte Weizel im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Entscheidend für eine Lipidtherapie sei, wie hoch das kardiovaskuläre Risiko ist.

Dieses ist nicht nur bei KHK- und Infarktpatienten sehr hoch, sondern auch bei Diabetikern sowie bei Hypertonikern mit weiteren Risikofaktoren wie Rauchen, frühe Herzinfarkte in der Familie, männliches Geschlecht oder ein niedriger HDL-Wert. Ein hohes kardiovaskuläres Risiko besteht, wenn ein Risiko von 20 Prozent vorliegt, in den nächsten zehn Jahren ein Koronar-Ereignis zu bekommen - bestimmen läßt sich das Risiko mit Punkteskalen wie dem PROCAM-Score.

Wer nach diesen Kriterien ein hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko hat, der sollte einen LDL-Wert von unter 100 mg/dl haben. Den meisten Patienten gelingt dies nur durch eine intensive Cholesterin-senkende Therapie. Wichtig dabei ist: "Solche Patienten sollten nicht primär aufgrund eines erhöhten Cholesterinwertes, sondern aufgrund ihres hohen kardiovaskulären Risikos behandelt werden", sagte Weizel.

In großen Studien ist etwa belegt worden, daß Patienten mit einem hohen Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall weitgehend unabhängig von ihrem Cholesterinwert von einer Lipid-senkenden Therapie profitieren: Wird der LDL-Wert statt auf 100 mg/dl auf 60 bis 70 mg/dl gesenkt, reduziert sich die Rate schwerer Koronar-Ereignisse innerhalb von zwei Jahren um weitere 16 Prozent.

Den PROCAM-Score gibt es etwa unter www.chd-taskforce.de/pdf/sk_procam_07d.pdf

Lesen Sie dazu auch: Ein LDL-Wert von unter 100 mg/dl ist gut, weniger als 70 mg/dl ist besser Intensive Cholesterinsenkung rettet Leben Weg mit dem Bauchfett! Aktionen am Tag des Cholesterins Hohe HDL-Werte schützen Gefäße

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