Ärzte Zeitung, 05.10.2006

Vitamine für ewige Gesundheit? Abraten müssen Ärzte nicht!

Daten zum Nutzen von Vitamin-Pillen analysiert

BALTIMORE (mal). Schützen Präparate mit Vitaminen und Spurenelementen vor chronischen Krankheiten und Krebs? Kollegen machen es richtig, wenn sie von einer solchen Supplementation nicht abraten - sie aber auch nicht ausdrücklich empfehlen, melden jetzt US-Forscher.

Professor Han-Yao Huang aus Baltimore im US-Staat Maryland und sein Team haben Studien zum Effekt von Vitaminen und Spurenelementen auf das Auftreten chronischer Krankheiten analysiert. Ihr Ergebnis: Kontrollierte Studien dazu gibt es nur wenige (Ann Intern Med 145, 2006, 372). Zu viel sollte man von Nahrungsergänzung nicht erwarten, aber Hinweise auf positive Effekte gebe es schon.

Zumindest legten zwei Studien nahe, daß Vitamine plus Spurenelemente schlecht ernährte Menschen vor Krebs schützen könnten, so die US-Forscher. Und das bei allgemein guter Verträglichkeit der Präparate, wie alle analysierten Studien bestätigt hätten.

In einer Studie aus Frankreich war zum Beispiel bei Zusatz von Vitamin C, Vitamin E, Beta-Karotin, Selen und Zink die Krebsrate bei Männern um 30 Prozent niedriger als ohne die Nahrungsergänzung. Frauen in der Studie, die gesünder lebten als die Männer und im Mittel auch jünger waren, profitierten dagegen von der Nahrungsergänzung nicht.

Hypertonie und Herzkrankheiten können durch Vitamine und Spurenelemente wohl nicht hinausgezögert werden, jedoch das Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration durch Zink/Antioxidantien. Aussagekräftige Daten zum Effekt der Supplementation auf Diabetes, Osteoporose oder etwa COPD gibt es nach Angaben der US-Forscher gar keine.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »