Einfacher Test entlarvt Unterernährung bei Alten

DÜSSELDORF (skh). Bei alten, unterernährten Patienten ist das Ausmaß des Gewichtsverlustes und weniger das absolute Gewicht die Ursache für ein erhöhtes Sterberisiko. Pflegebedürftige haben das größte Sterberisiko. Das Risiko für eine Unterernährung bei Alten kann mit einem einfachen Test bestimmt werden.

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Als Screeningmethode auf Unterernährung wird für den ambulanten Bereich von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) der MUST- (Malnutrition Universal Screening Tool) Test empfohlen. Das hat Dr. Rainer Wirth, Geriater vom St. Marienhospital in Borken, gestern bei der Medica berichtet.

Bei dem Test werden für die Faktoren Körper-Massen-Index (BMI), Gewichtsverlust und Nahrungskarenz durch akute Erkrankungen Punkte vergeben. Aus dem Gesamtwert ergibt sich dann ein geringes, mittleres oder hohes Risiko für das Auftreten einer Mangelernährung.

Eine Studie habe gezeigt, daß ein Gewichtsverlust von fünf Prozent und mehr zu einem deutlich erhöhten Sterberisiko führt (J Am Geriatr Soc 49, 2001, 1309), erinnerte Wirth.

Ausgelöst werde Gewichtsverlust im Alter etwa durch Tod oder Pflegebedürftigkeit des Partners, durch Unfälle oder geplante Operationen, die lange Phasen der Immobilität mit sich bringen. "Gewichtsverlust als Folge solcher Ereignisse ist normal, aber krankheitsinduziert, und die Patienten können therapiert werden", sagte Wirth gestern beim Medica-Kongreß in Düsseldorf.

Und: Auch Dicke können unterernährt sein, ohne daß der Gewichtsverlust für deren Umfeld deutlich sichtbar ist.

Zur Ermittlung der individuellen Nahrungsbedarfs eines alten Menschen verwies Wirth auf die 30er Regel: 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag und 30 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag decken den Energie- und Flüssigkeitsbedarf bei Alten, so Wirth. Dabei müßten jedoch Erkrankungen, körperliche Aktivität und Zielgewicht berücksichtigt werden.

Auch die Atmosphäre, in der die Patienten ihre Mahlzeiten einnehmen, kann bei Pflegebedürftigen den Ernährungszustand positiv beeinflussen. Eine ruhige Umgebung wirke sich dabei günstig aus, sagte Wirth. Dies sei auch in einer US-amerikanischen Studie bestätigt worden. Daran hatten zwei Gruppen von Pflegeheimbewohnern teilgenommen.

Die Menschen der einen Gruppe nahmen ihre Mahlzeiten in einem mit einem großen Aquarium ausgestatteten Raum ein. Im Speisesaal der zweiten Gruppe waren die Wände mit Bildern von Fischen tapeziert. Die Patienten im Aquarium-Zimmer nahmen signifikant mehr Kalorien zu sich als die Menschen der Kontrollgruppe.

Der MUST-Test kann auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin heruntergeladen werden: www.dgem.de/materialien.htm

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