Ärzte Zeitung, 18.12.2006

Die Weihnachtsgans, die früher Emma hieß, heißt heute Bio

Die heimische Öko-Branche verzeichnet 4,5 Milliarden Euro Umsatz / Fast 17 000 deutsche Betriebe wirtschafteten in diesem Jahr ökologisch

BONN (dpa). Früher kannte man seine Weihnachtsgans noch persönlich. Die Gans, die damals Emma oder Liese hieß, trägt heute den Namen Bio - in sechseckiger Form. Und wie die Bio-Gans tragen heute etwa 34 000 Artikel von der Babynahrung bis zum Bier das Bio-Siegel in Deutschland. Die heimische Öko-Branche boomt.

Ein sogenannter Bio-Laden in München. "Bio" ist voll im Trend. Immer mehr Läden haben natürlich erzeugte Lebensmittel im Angebot. Foto: dpa

Fast 17 000 deutsche Betriebe wirtschafteten in diesem Jahr ökologisch und bescherten der Branche bei einer Wachstumsrate von 15 Prozent einen Umsatz von etwa 4,5 Milliarden Euro. Sechs Jahre zuvor lag der Umsatz noch bei zwei Milliarden Euro. Während die Zahl der Agrarbetriebe im vergangenen Jahr insgesamt um 1,5 Prozent zurückging, stieg die Zahl der Öko-Betriebe um 2,5 Prozent an.

Alexander Gerber, Geschäftsführer vom Bund Ökologische Landwirtschaft, sieht mehrere Gründe für den Erfolg natürlich erzeugter Lebensmittel. Die Umweltbewegung in den 70er Jahren und staatliche Förderprogramme ab den 80ern waren erste Wachstumsmotoren. "Auch Lebensmittelskandale führen uns immer neue Käufer zu", sagt Gerber.

Allein die Rinderseuche BSE im Jahr 2000 habe die Nachfrage nach Bio-Produkten um 30 Prozent erhöht. Welche Auswirkungen der jüngste Gammelfleisch-Skandal habe, bleibe abzuwarten. "Heute ist der Wunsch der Verbraucher nach gesunden, schmackhaften Lebensmitteln, die umwelt- und tiergerecht erzeugt werden, der wichtigste Grund für den Bio-Boom", sagt Gerber.

Das Bio-Siegel beschriftet seit über fünf Jahren Produkte, die zu 95 Prozent natürlich erzeugt worden sind. Dazu zählen etwa die artgerechte Tierhaltung, Verzicht auf Gentechnik oder das Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln.

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