Ärzte Zeitung, 17.11.2005

Innovationspreise für Vorhof-Laser und neue Leberdialyse

Für zehn Innovationen aus der Medizintechnik gab es Forschungsstipendien mit je 300 000 Euro vom Bundesforschungsministerium

DÜSSELDORF (gvg). Eine neue Variante der Leberdialyse, zwei Laserverfahren und eine Methode zur Früherkennung von Metastasen - das sind nur einige der Innovationen, für die es auf der Medica den Innovationspreis Medizintechnik gab.

Die Verleihung der insgesamt zehn mit jeweils 300 000 Euro dotierten Entwicklungsstipendien durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat bereits Tradition: Sie fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Prämiert würden innovative Ansätze für die Entwicklung neuer Medizinprodukte mit hohem Entwicklungsrisiko, so BMBF-Mitarbeiter Dr. Peter Lange, der die Urkunden überreichte.

Aus den insgesamt 103 Anträgen wurden zum Beispiel zwei Laserverfahren ausgewählt. Das eine ist ein Katheterverfahren für die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern. Um die Rhythmusstörung dauerhaft zu beseitigen, möchte Dr. Kai Markus von der Vimecon GmbH in Alsdorf statt wie bisher üblich mit Hochfrequenzstrom lieber mit Laserstrahlen arbeiten.

Diese könnten das arrhythmogene Gewebe schonender beseitigen, weil der für die Laserapplikation nötige Katheter dünner und damit weniger komplikationsträchtig sei als sein elektrisches Pendant.

Mit diagnostischen Laserstrahlen arbeiten Wissenschaftler aus Jena, die für ein Verfahren zur Diagnostik von Fehlsichtigkeit ausgezeichnet wurden. Es erkennt Unregelmäßigkeiten von Hornhaut und Linse und gleicht sie mit einem adaptiven Spiegel aus.

Auf Basis der Meßergebnisse können dann individuell angepaßte Sehhilfen entwickelt werden, mit denen man nicht nur Fehlsichtigkeit, sondern auch Schwierigkeiten beim Nacht- oder Kontrastsehen beseitigen kann.

Weitere Stipendien gab es für eine Weiterentwicklung der Leberdialyse, bei der Toxine nicht von Albumin, sondern von speziellen Nanopartikeln adsorbiert werden.

Ebenfalls mit Nanopartikeln arbeitet ein Zellseparator der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Er könnte einmal der sehr frühen Erkennung von malignen Zellen bei der Tumornachsorge dienen.

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