Ärzte Zeitung, 14.12.2005

"Blick in die spannende Welt hinter den Labortüren"

Preis für Wissenschaftsfotografie erstmals verliehen / Auszeichnung des Magazins "Focus" und des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller

MÜNCHEN (eb). "Mit dem Preis will "Focus" gemeinsam mit dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller VFA einen unverstellten Blick in eine spannende Welt hinter die Labortüren ermöglichen", sagte "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort bei der Verleihung des Preises für Wissenschaftsfotografie "Bilder der Forschung", der - wie gemeldet - Anfang der Woche in München überreicht worden ist.

1. Platz in der Kategorie "Faszination Forschung": Elektronenmikroskopisches Bild einer normalen (rechts) und einer mutierten Fruchtfliege. Wegen einer Mutation fehlen die Augen.
Foto: ©Jürgen Berger / Dr. Ralf Dahm

Der in Deutschland einzigartige Wettbewerb biete sensationelle Einblicke in diese Welt der Forschung. Damit werde auch dokumentiert, daß Innovation und wissenschaftlicher Fortschritt die Zukunft Deutschlands seien. Markwort: "Formeln begeistern Fachleute, Bilder begeistern uns alle. Sie machen sichtbar, was Forschung leistet."

1. Platz in der Kategorie "Gesichter der Forschung". Der Krebsforscher Jan Eickhoff, Doktorand am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, schneidet auf dem Leuchtpult aufgetrennte DNA-Fragmente aus einem Gel heraus. Foto: © Marc Steinmetz

Die Jury des Preises, der in den Kategorien "Faszination Forschung" und "Gesichter der Forschung" vergeben wird, hat aus mehr als 500 Einsendungen in der Kategorie "Gesichter der Forschung" eine Aufnahme des Hamburger Wissenschaftsfotografen Marc Steinmetz zum Sieger gekürt. Das Bild zeigt einen Doktoranden bei der Segmentierung von DNA-Abschnitten unter UV-Licht.

Publikumspreis: Bild von mikrometergroßen Kapseln aus Polyelektrolyt-Multischichten. Bei 120 Grad Celsius sind sie geschrumpft. Sie werden als Transporter erprobt. Foto: © Karen Köhler, MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Gießen

Mit dem ersten Preis in der Kategorie "Faszination Forschung" wurde ein elektronenmikroskopisches Bild zweier Fruchtfliegen prämiert, das gemeinsam von Dr. Ralf Dahm aus Wien und dem Tübinger Jürgen Berger aufgenommen wurde. Die Aufnahme entstand am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Sie zeige "in ästhetisch besonders gelungener Form, wie an Modellorganismen die Funktion bestimmter Gene erforscht werde", so das Nachrichtenmagazin.

2. Platz Kategorie "Gesichter der Forschung": Etwa 1200 Bayer-Mitarbeiter in Berkeley präsentieren das Gesamtvolumen der Jahresproduktion von Faktor VIII. Foto: © Peter Ginter/Bayer AG

Zu sehen sind zwei Fruchtfliegen der Art Drosophila melanogaster, eine normale Fliege und eine Mutante. Im Erbgut der mutierten Fliege ist ein einziges Gen defekt, das bei der Entwicklung der Augen von besonderer Bedeutung ist. Deshalb hat die Mutante keine Augen. Das Gen pax6 ist auch bei Menschen für die Entstehung der Augen wichtig.

2. Platz in der Kategorie "Faszination Forschung". Neutrophile Granulozyten fangen mit Fibrinnetzen Shigella-Bakterien (rot) ein. Foto: © Dr. Volker Brinkmann, MPI für Infektionsbiologie, Berlin

Der Publikumspreis ging an Karen Köhler vom Max Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam. 10 000 Leserinnen und Leser stimmten auf der Internet-Seite des Nachrichtenmagazins über ihren Favoriten ab - über 30 Prozent entschieden sich für Köhlers Bild mikroskopisch kleiner Polymerkügelchen. Solche Kügelchen könnten künftig als Wirkstofftransporter im Körper genutzt werden.

Die erstmals verliehenen Preise der beiden Kategorien "Faszination Forschung" und "Gesichter der Forschung" sind mit jeweils 10 000 Euro dotiert. Cornelia Yzer, VFA-Hauptgeschäftsführerin sagte, Wissenschaft müsse vermittelt werden, mitreißen und faszinieren.

Nur durch eine breite Akzeptanz könne sichergestellt werden, daß es in Deutschland auch künftig Menschen gebe, die sich für Naturwissenschaften begeisterten, "Menschen, die darauf brennen, Unbekanntes zu entdecken und zu erobern und so auch die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland erhalten".

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