Ärzte Zeitung, 16.03.2011

WHO: Keine Gefahr bei Lebensmitteln aus Japan

WHO: Keine Gefahr bei Lebensmitteln aus Japan

GENF/BERN (dpa). Derzeit besteht bei Lebensmitteln aus Japan laut der Weltgesundheitsorganisation WHO noch keine Gefahr für die Gesundheit.

Solch eine Gefahr könne nur von Produkten ausgehen, die unmittelbar aus der Nähe der beschädigten Atomanlagen im Norden Japans stammten, sagte ein WHO-Sprecher am Mittwoch in. Die WHO gleiche ihre Erkenntnisse immer wieder mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien ab, sagte der Sprecher.

Auch in der Schweiz geben die Behörden derzeit noch keine Warnungen heraus vor Lebensmitteln aus Japan. Der Grenzwert, ab dem Essen nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfe, liegt bei etwa 1000 Becquerel pro Kilogramm.

Zuletzt sei dieser Wert 1986 nach der Reaktorexplosion in Tschernobyl in der Ukraine übertroffen worden. Damals sollten Kinder zum Beispiel keine einheimische Milch trinken, um sich zu schützen.

Topics
Schlagworte
Japan (438)
Politik & Gesellschaft (74603)
Organisationen
WHO (3063)
[17.03.2011, 12:56:06]
Dr. Jürgen Schmidt 
"Angst essen Seele auf"
Bei den in den Kommentarspalten der ÄZ permanent ( böse Zungen sagen penetrant) erfolgten Nachweisen geballten Sachverstandes deutscher Hausärzte in Strahlenphysik und -biologie müsste uns eigentlich nicht bange sein.

Zumindest der Vortrag mancher Unterschichtensender wird hier noch einmal in Tenor und Umfang deutlich übertroffen.

Richtig ist, dass die WHO gar nicht oft genug warnen kann. Selbst, wenn keine Gefahr besteht, lässt sie sich doch vielleicht herbei reden.

Handelt es sich also bei den Bemühungen des allbekannten Autors um ernsthaft gemeinte, prophylaktische Psychohygiene? Oder werden wir Zeuge von Kernschmelzen ganz anderer Art?

Alter Seemannsspruch:
Der Herr beschütze uns vor Sturm und Wind und Ärzten, die hysterisch sind zum Beitrag »
[17.03.2011, 10:38:37]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
WHO: Pandemie-Hysterie bei H1N1 - Verharmlosung und Beschwichtigung beim Super-Gau in Japan
Wie verschnarcht ist die WHO im lieblichen Genf? Erst die 'grandiose' Empfehlung von Gestern: "Welche Maßnahmen sind wichtig? Strahlenbelastung vermeiden". Besonders günstig für Alle, die in der Todeszone um Fukushima noch 'Löschen, Bergen, Retten, Schützen', um unser Feuerwehr-Logo zu zitieren. Für Jene, die dort aufopfernd heldenhaft und zugleich verzweifelt Japan und die ganze Welt vor dem atomaren Super-GAU zu bewahren versuchen, kommt diese WHO-Empfehlung, wie auch bei vielen anderen Anlässen deutlich zu spät.

Und jetzt: "Keine Gefahr bei Lebensmitteln aus Japan"? Ja, meinen denn die WHO-Strategen, in Fukushima lagern neben explodierenden AKW-Blöcken und Haufen von brandgefährlichen verbrauchten Brennstäben auch noch offen die Nationalen Reis-, Mehl- und Milchreserven Japans nebst Fleisch und Fisch?

Während die gestrige WHO-Verlautbarung definitiv zu spät kam, kommt die heutige Entwarnung eindeutig zu früh! Die Folgen der Hybris des Atomzeitalters und des Machbarkeitswahns werden die japanische Inselgruppe erst erreichen, wenn die Kernschmelzen in Fukushima das Grundwasser erreicht haben und die natürlichen Lebensgrundlagen zerstört werden.

Freundliche, kollegiale Grüße, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »