Ärzte Zeitung, 24.02.2010

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Body-Checks beim Frauen-Eishockey verboten

Die Überlegenheit der Teams aus Nordamerika beim Eishockey-Frauenturnier in Vancouver ist nicht zu übersehen. Kanada und die USA werden im Endspiel um die Goldmedaille kämpfen. Im Vergleich zu den Männern sind einige Regeln geändert.

VANCOUVER (dpa/fuh). Das Traum-Finale ist perfekt: Zum dritten Mal treffen Titelverteidiger Kanada und Erzrivale USA im olympischen Eishockey-Endspiel der Frauen aufeinander. "Ihr werdet das beste Frauen-Spiel sehen, das es jemals gegeben hat", versprach die Kanadierin Jayna Hefford nach dem 5:0-Halbfinalsieg gegen Finnland am Montag. Zuvor hatten die US-Amerikanerinnen ihr Semifinale in Vancouver gegen Schweden mit 9:1 für sich entschieden und sich somit bei den Skandinavierinnen für die Halbfinal-Niederlage vor vier Jahren in Turin revanchiert.

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Gut geschützt: Florence Schelling aus der Schweiz im Spiel gegen Russland. Das Schweizer Team ist im Kampf um die Medaillen ohne Chance. © dpa

Die Überlegenheit der Teams aus Nordamerika sorgte im Turnierverlauf für einige Diskussionen. Die Gastgeberinnen fuhren auf dem Weg ins Finale vier Kantersiege mit insgesamt 46:2 Toren ein. Die US-Auswahl brachte es auf eine Bilanz von 40:2-Treffern. Vor allem der 18:0-Rekordsieg von "Team Canada" gegen die Slowakei zum Auftakt hatte die Debatte um den sportlichen Wert des Frauen-Wettbewerbs erneut angefacht. Die "Ahornblätter" zogen zum vierten Mal hintereinander ins Finale ein und haben am Donnerstag ihre dritte Gold-Medaille in Serie vor Augen.

Im Vergleich zum Männer-Eishockey gibt es bei den Frauen entscheidende Regeländerungen: Das Drücken gegen die Bande sowie Body-Checks sind grundsätzlich verboten. Diese Regelung wurde nach der ersten Weltmeisterschaft 1990 eingeführt. Damals war es zu schweren Verletzungen gekommen, weil beim Spiel unterschiedlich robust gebaute Frauen aufeinanderprallten. Darüber hinaus sind die Frauen, ebenso wie alle Nachwuchsspieler, verpflichtet, mit Helmen zu spielen, die einen Gesichtsschutz haben.

Nach Angaben der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) entstehen etwa 75 Prozent der Verletzungen beim Eishockey aufgrund eines akuten Traumas. 25 Prozent sind Überlastungsschäden. Etwa 70 Prozent der Verletzungen ereignen sich im Wettkampf und circa 30 Prozent beim Training. Stürmer sind mit 59 Prozent am häufigsten von Verletzungen betroffen, gefolgt von den Verteidigern mit 34 Prozent und den Torhütern mit sieben Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf den Männersport.

Grundvoraussetzung, um Verletzungen zu vermeiden, ist aus Sicht der GOTS neben Trainingszustand, Spielverständnis, Disziplin und Ausrüstung auch eine gute Ausbildung der Schiedsrichter.

Weitere Berichte zu den olympischen Winterspielen in Kanada und den aktuellen Medaillenspiegel finden Sie auf unserer Sonderseite Olympia 2010

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