Ärzte Zeitung, 19.01.2011

Jenseits des Wassers lockt die vergessene Stadt

Karg ist das Land, ungewöhnlich seine Geschichte: Das Resort Sinai Bay am Golf von Akaba in Ägypten ist idealer Ausgangspunkt für Exkursionen in eine faszinierende Region.

Von Christoph Fuhr

Jenseits des Wassers lockt die vergessene Stadt

Blick auf den Golf von Akaba: Sinai Bay in Ägypten, vor kurzem eröffnetes Resort des Club Med.

© fuh (2)

Er marschiert erwartungsvoll durch einen kilometerlangen Siq mit 70 Meter hohen, rot schimmernden Sandsteinwänden, erreicht einen Durchgang mit nur fünf Metern Breite, sieht Licht und ist - so wird man heute vermuten dürfen - wie vom Donner gerührt: Vor dem Schweizer Orientreisenden Jean Louis Burckhardt liegt ein riesiger, in den Fels geschlagener Grabtempel. Mehr noch: Es handelt sich um eine in ihrer Art einmalig in Felsen gehauene Stadt.

Burckhardt hat im Jahr 1812 im heutigen Jordanien einen Ort wieder entdeckt, der seit der Zeit der Kreuzzüge in Europa buchstäblich in Vergessenheit geraten war.

Die Stadt heißt Petra, nicht ohne Grund gehört sie heute zum Weltkulturerbe der UNESCO, immer noch arbeiten hier fleißige Archäologen. Für Touristen, die sich in der Region aufhalten, ist der Besuch dieses Ortes ein absolutes Muss.

Hier haben einst die Nabatäer gelebt, ein kluges Handelsvolk, das von der vorbeiführenden Weihrauchstraße profitierte. Die Nabatäer erlangten Reichtum mit Gewürzhandel und versteckten ihre Hauptstadt Petra klug in einem Felsenkessel.

Jenseits des Wassers lockt die vergessene Stadt

In den Fels geschlagenes Grab: Petra in Jordanien ist ein ungewöhnlicher Ort und zugleich Weltkulturerbe der UNESCO.

Petra ist berühmt wegen seiner bis zu 40 Meter hohen Fassaden und Häusern, die direkt in den Fels gehauen wurden - ein spektakulärer Ort, auch für großes Hollywood-Kino. Star-Regisseur Steven Spielberg etwa fand hier bei den Dreharbeiten für Indiana Jones ein perfektes Ambiente.

Nur ein einziger kilometerlanger Weg durch den Siq führt in die Stadt. Für die Anfahrt nach Petra allerdings gibt es viele Optionen. Eine davon beginnt auf der ägyptischen Seite des Golfes von Akaba - in Sinai Bay, wo der Club Med vor kurzem ein neues Familien-Resort eröffnet hat.

Petra ist von Sinai Bay aus mit dem Bus in einer Tagestour zu erreichen. Mit dem Boot geht es zunächst hinüber ans jordanische Ufer nach Akaba. Unmittelbar neben dem Urlaubsort Eilat in Israel gelegen.

Jordanien und Israel haben in den neunziger Jahren ein Friedensabkommen geschlossen, "hier an der Grenze herrscht Ruhe", sagt der Fremdenführer.

Nach der Tour in die Stadt der Nabatäer führt der Weg dann abends wieder zurück in den Club - und damit in eine vollkommen andere Welt. Sinai Bay, auf 25 Hektar erbaut, ist das ganze Jahr über geöffnet.

Das Resort hat einen 550 Meter langen Privatstrand, ist konzipiert für Sportbegeisterte, Familien und kulturell interessierte Gäste. Allgegenwärtig sind Club Med Mitarbeiter, die Sportinteressierte vom Anfänger bis zum Profi begleiten.

Segeln gehört zur Angebotspalette, Tennis, Tauchen, Golf und viele andere Sportarten. Entspannen können die Urlauber auf 1000 Quadratmetern im Club Med Spa - mit Wellness-Bereich und Hammam.

Das Resort ist perfekt integriert in die karge Landschaft des Sinai. Bei allem Luxus geht deshalb das besondere Ambiente dieser Region in der Ferieneinrichtung selbst nicht verloren.

Wer noch nie am Sinai gewesen ist, der wird verblüfft sein, wie nahe hier gleich mehrere Länder beieinander liegen. Am Strand schweift der Blick hinüber nach Saudi-Arabien, nach Jordanien und in Richtung Israel, ehe am nächsten Tag eine weitere Entdeckungstour in den Süden des Sinai auf dem Programm steht.

Ziel ist diesmal eine der heiligsten Stätten der christlichen Glaubenswelt, der Berg Sinai. Dort soll Moses der Engel des Herrn in einer Flamme erschienen sein, die aus einem Dornbusch emporschlug.

Genau an diesem Dornbusch ist ein Kloster errichtet worden, das Tag für Tag Besucher aus aller Welt anzieht und viele Jahrhunderte auch wegen seiner Abgeschiedenheit unbeschadet überstanden hat.

Das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster, gegründet zwischen 548 und 565 nach Christus, ist eines der ältesten Klöster der Christenheit. Zugleich ist es ein Ort, wo sich jüdische, christliche und islamische Kulturgeschichte berühren.

Am Nachmittag geht‘s dann zurück ins Resort, vorbei an freundlich winkenden Beduinen, unterwegs in einer kargen und zugleich faszinierenden Region, die an Ursprünglichkeit kaum zu überbieten ist. Der Bus zum Flughafen wartet bereits. Da gibt‘s eigentlich nur eins: Wiederkommen!

www.clubmed.de

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