Ärzte Zeitung, 14.07.2012

Sri Lanka

Von Buddha und dem Waisenhaus für Elefanten

Eine Reise durch das Hochland von Sri Lanka bietet viele Überraschungen - faszinierende Kulturdenkmäler und Menschen, die ein Herz für bedrohte Tiere haben.

Von Rainer Heubeck

Von Buddha und dem Waisenhaus für Elefanten

Die Tempelanlage von Dambulla - ein Weltkulturerbe der UNESCO.

© Heubeck

Wie steigt man auf einen drei Meter hohen Elefanten? In Sri Lanka, in der Nähe der alten Königsstadt Polonnaruwa, machen es sich die Mahouts, die Elefantentreiber, leicht.

Sie haben eine Holzplattform errichtet, die bequem über Stufen erklommen werden kann.

Der knapp über dreißig Jahre alte Elefant Meneke stellt sich darunter - und die sechs Touristen, die gerade eine Rundreise durch das Hochland Sri Lankas unternehmen, steigen mit ihren Füßen nacheinander vorsichtig über eine niedrige Metallbrüstung, die auf dem Elefantenrücken befestigt ist.

Immer wieder Unfälle mit Elefanten

Etwa 3000 bis 4000 Elefanten leben derzeit noch in Sir Lanka - doch nur knapp 1000 davon sind zahme Arbeitselefanten wie Meneke, die Feriengäste durch das Hochland tragen oder die für den Holztransport eingesetzt werden.

Die restlichen Elefanten sind frei lebende wilde Elefanten. Was zuweilen auch Probleme mit sich bringt: "Wenn Elefanten eine Straße oder Bahngleise überqueren, kommt es häufig zu Unfällen", erläutert Shelton, ein Fahrer und Reiseleiter, der regelmäßig mit Urlaubern im Hochland Sir Lankas unterwegs ist.

Ein Krieg, dem jedes Jahr zwischen 200 und 300 Elefanten zum Opfer fallen, die von Menschen erschossen werden. Doch was, wenn die Elefantenkuh tot ist und ein Elefantenbaby zurückbleibt?

Ein Problem, für das es in Sri Lanka eine Lösung gibt: in Pinnawela, etwa achtzig Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo gelegen, befindet sich das erste und bislang einzige Elefantenwaisenhaus der Welt. "Anfang der 70er Jahre wurde dort mit vier Elefanten angefangen, heute sind es mehr als siebzig Tiere", erläutert Shelton.

Das Waisenhaus ist mittlerweile eine der wichtigsten Touristenattraktionen des Landes. Viele Besucher kommen schon morgens um neun, wenn die jungen Elefanten mit Milch gefüttert werden.

Religiöse Bedeutung

Von Buddha und dem Waisenhaus für Elefanten

Pinawella - Waisenhaus für Elefanten und Touristenattraktion.

© Heubeck

Zahme Elefanten sind in Sri Lanka, einem Land, das von Marco Polo einst als die "schönste Insel der Welt" bezeichnet wurde, nicht nur Touristenattraktion und Arbeitstiere - sie haben auch religiöse Bedeutung.

Jedes Jahr im Juli oder August werden rund 100 Elefanten nach Kandy - eine alte Königstadt im Hochland Sri Lankas - gebracht, um dort an einer Prozession teilzunehmen, die zu den farbenprächtigsten Festen ganz Asiens gehört: Als Höhepunkt der Perahera-Feierlichkeiten, deren genauer Termin sich immer nach dem Mond richtet, ziehen die Elefanten bei Vollmond geschmückt - und zum Teil sogar illuminiert - durch die Straßen.

Das größte und stattlichste Tier trägt die am höchsten verehrte Reliquie des Landes: einen Backenzahn Buddhas, der ansonsten im so genannten Zahntempel in Kandy aufbewahrt wird - hinter einem Durchgang, den zwei mannshohe Elefanten-Stoßzähne bilden.

Der Zahntempel, im 18. Jahrhundert erbaut, ist das höchste Heiligtum der Buddhisten im Lande.

Sri Lanka, ehedem Ceylon, ist weit mehr als nur Küste. Gerade das Binnenland bietet einen Einblick in die Hintergründe einer mehr als 2500 Jahre alten singhalesischen Kultur. Die Kulturdenkmäler des Hochlands lassen kaum einen Besucher kalt.

Ob in Dambulla, wo Felsentempel zu bewundern sind, die aus dem 1. Jahrhundert vor Christus stammen und in denen mehr als 150 Buddhafiguren aufgestellt sind, oder in Polonnaruwa, wo König Parakrama Bahu I. im 12. Jahrhundert nach Christus einen fast 22 Quadratkilometer großen Stausee anlegen ließ.

"Wolkenmädchen" auf Felsen gemalt

Der Höhepunkt einer Reise in die ehemaligen Königsstädte im Hochland Sri Lankas ist zweifellos der Besuch der Felsenfestung in Sigiriya.

"König Kassapa hat 18 Jahre hier in dem Felsen gelebt, er hat sich hierher zurückgezogen, nachdem er seinen Vater umgebracht hatte", berichtet der Reiseführer.

Im Gegensatz zum hölzernen Palast Kassapas, der längst verrottet ist, sind einige Gemälde aus seiner Zeit erhalten geblieben.

In Gängen, die in den Felsen geschlagen sind und sich auf etwa halber Höhe am Rande des Sigiriya-Felsens befinden, lassen sich rund ein Dutzend Bilder bewundern, die barbusige Frauen darstellen - die so genannten Wolkenmädchen.

Sri Lanka ist ein Ganzjahresziel, wobei der Klima von Region zu Region unterschiedlich ist.

Pauschalangebote: www.fti.de

www.srilanka-botschaft.de

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