Ärztliche Allgemeine, 02.08.2004

Wenn das Schlingern von Reisebus oder Schiff Übelkeit auslöst

Ob im Auto, im Reisebus, im Flugzeug oder auf einem Schiff - den meisten Menschen wird es irgendwann einmal übel. Nur etwa zehn Prozent sollen gegen die Kinetose ganz immun sein. Besonders häufig sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren betroffen. Grund für die Reise- oder Seekrankheit sind widersprüchliche Informationen an das Gehirn von Augen und Gleichgewichtsorgan.

Medikamente gegen die Reisekrankheit sollten genommen werden, noch bevor erste Symptome auftreten. Viele wissen ja auch, daß sie anfällig für Kinetose sind. Hier helfen vor allem Antihistaminika, Belladonna-Präparate und Neuroleptika. Weitere Möglichkeiten sind antiemetische Suppositorien, Pflaster, die das vegetative Nervensystem dämpfen, oder spezielle Kaugummis. Viele Betroffene schwören auf Akupressur-Armbänder. Auch Ingwer wirkt gegen Seekrankheit. Empfohlen wird ein Gramm Ingwer-Extrakt, das entspricht etwa einer Handvoll frischer Ingwer-Wurzel.

Weitere Tips, die man Urlaubern mitgeben kann, sind etwa, nur leichte Kost zu sich zu nehmen, vor allem Trockenes wie Toast, und viel zu trinken, doch Alkohol, Kaffee und Limonade zu meiden. Wer das Gefühl hat, er müsse mehr essen, sollte Kohlenhydratreiches wie Reis essen. Es hilft, die Kopfbewegungen zu minimieren und sich hinzulegen.

In der Schiffs-Kabine sollten die Augen geschlossen werden. An Deck sollte der Horizont fixiert werden. In Auto oder Bus sind vordere Sitze am besten, der Blick sollte in Fahrtrichtung gehen. Auf Lesen oder Spielen sollte während der Fahrt verzichtet werden. Ablenkung aber kann gut funktionieren. Wer etwa selbst fährt wird selten reisekrank, auch wenn er als Passagier zu den Betroffenen gehört. (ug)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Münchner lernen Zivilcourage

In einem Kurs der Polizei lernen Bürger, wie sie mit Zivilcourage in schwierigen Situationen einschreiten – und sich dabei schützen. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »