Ärzte Zeitung, 02.11.2004

REISEMEDIZIN

Hepatitis-Schutz ist sogar bei einem Mittelmeer-Urlaub nötig

Reisemedizin - das heißt nicht, den Patienten den Spaß am Urlaub zu vermiesen, sondern sie gut darauf vorzubereiten. Denn auch Reisen in exotische Länder sind nicht gefährlich, wenn man die richtigen Impfungen bekommt und einige Regeln beachtet. Was man Reisenden alles mit auf den Weg geben sollte, erläutert Dr. Nikolaus Frühwein.

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Etwa 80 Prozent der Reisenden sind medizinisch nicht gut auf ihren Trip vorbereitet, so der Tropenmediziner aus München - es lohnt sich also, Patienten vor eine Reise anzusprechen und nach Schutzimpfungen zu fragen. Doch welche Impfungen sind nötig? Auf jeden Fall sollte ein Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis bestehen, so Frühwein, bei Kindern zusätzlich gegen MMR und H. influenzae Typ b.

Wichtig ist in vielen Ländern auch ein Schutz gegen Hepatitis-A und -B, denn um sich mit Hepatitis-Viren zu infizieren, muß man nicht weit gehen. Bereits in Mittelmeerländern wie der Türkei und Ägypten besteht eine erhöhte Infektionsgefahr.

Welche weiteren Impfungen nötig sind, hängt vom jeweiligen Reiseziel, der Art der Reise sowie der Dauer ab. Ein Trekking-Tourist braucht einen umfassenderen Impfschutz als ein Geschäftsreisender, der sich die ganze Zeit in einem Hotel in der Hauptstadt aufhält, so Frühwein. Und für den Rucksack-Reisenden, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Indien fährt und in einfachen Restaurants ißt, ist auch eine Meningokokken- und Typhus-Impfung ratsam. Daher sollte man mit den Patienten genau besprechen, was sie auf ihrer Reise vorhaben.

Eine Gelbfieber-Impfung wird vor allem bei Reisen ins tropische Afrika und Südamerika empfohlen. Wenn man aber durch mehrere Länder reist, muß man bedenken: Manche Staaten verlangen eine Gelbfieberimpfung, wenn man aus einem Land kommt, in dem es Gelbfieber gibt, sonst darf man nicht einreisen. Auch gegen Meningokokken werden mitunter Impfungen verlangt, etwa in Saudi Arabien während der Hadsch, der großen Pilgerreise. Darüber sollte man Geschäftsreisende und muslimische Pilger informieren.

Doch Impfungen sind nur ein Teil der Vorbereitung. Zur Prophylaxe gegen Malaria sind in einigen Gebieten Medikamente nötig. Hier ist es wichtig, solche auszuwählen, gegen die die Erreger am Reiseziel nicht schon resistent sind. Frühwein nennt dazu Online-Adressen, wo sich Ärzte über das Malaria-Risiko, Resistenzen sowie Impfvorschriften und -Empfehlungen informieren können. (mut)

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