Ärzte Zeitung, 07.06.2005

Vorsicht vor "Red Tide" in den USA!

Große Rotalgen-Invasion / Algengift kann bei Menschen Lähmungen auslösen

WASHINGTON (dpa/eb). Eine Algen-Invasion bedroht die Muschelgründe vor der US-amerikanischen Nordostküste. So schlimm seien die Küstengewässer seit mehr als 30 Jahren nicht mehr mit der giftigen Alge Alexandrium verseucht worden, berichtete der Chefbiologe des Bundesstaates Massachusetts, Michael Hickey, nach Zeitungsberichten von Samstag.

Die mikroskopischen roten Zellen, in den USA  "Red Tide" - "rote Flut" genannt, infizieren Jacobs-, Miesmuscheln und Austern. Wer davon esse, könne Lähmungen und lebensgefährliche Atemprobleme bekommen, warnten Biologen. Die von den Algen gebildeten Gifte können etwa über Fische und Schalentiere in die menschliche Nahrungskette gelangen.

Bei oraler Aufnahme können sie gastrointestinale und neurologische Symptome auslösen und durch Versprühen algenhaltiger Gischt in Ufernähe zu Schleimhautreizungen der Augen und oberen Luftwege führen, erklärt der Reise-Gesundheitsdienst TravelMED in Düsseldorf.

Gesundheitliche Schäden können eintreten, bevor eine Verfärbung des Wassers sichtbar wird. Reisende sollten örtliche Warnhinweise beachten und notfalls auf Verzehr von Fischen und Schalentieren verzichten. Bislang seien allerdings noch keine Symptome bei Menschen bekannt geworden.

Derzeit gibt es Warnhinweise für mehrere Regionen: Algenkolonien in einer Länge von zehn Meilen bewegen sich in Maryland auf dem Potomac flußabwärts auf die Chesapeake Bay zu. Eine starke Vermehrung von Rotalgen wird von der Küste Massachusetts zwischen der Cape Cod Bay und der Grenze zu New Hampshire gemeldet. Eine weitere "Red Tide" hat sich an der Westküste Floridas zwischen der Tampa- und der Sarasota-Bay gebildet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »