Direkt zum Inhaltsbereich

Artemisinin

Resistenzen nehmen zu

Weltweit ist die Malaria zwar auf dem Rückzug, aber es erkranken jedes Jahr immer noch Millionen Menschen daran.

Veröffentlicht:

Nach Angaben der WHO hat sich die Malariainzidenz von 2000 bis 2015 um 37 Prozent verringert. Doch 2015 sind noch immer mehr als 210 Millionen Menschen an der Parasitose durch Plasmodien erkrankt und fast 440.000 daran gestorben (aktueller WHO-Malaria-Report). Vor allem Kinder unter fünf Jahren sind betroffen. In Deutschland werden jährlich zwischen 500 und 600 Malariadiagnosen gemeldet, die in der Regel bei Reiserückkehrern gestellt werden.

Plasmodien können sich zunehmend besser gegen Artemisinin wehren. Dies gelte besonders für Südostasien, wo die Resistenzraten in einigen Regionen mittlerweile deutlich über 70 Prozent lägen, sagte Professor Tomas Jelinek, CRM in Düsseldorf, bei einer Veranstaltung in Berlin. "Das hat für uns jetzt ganz konkrete Konsequenzen. Wir haben unsere Beratung umgestellt und geben keine Artemisinin-Präparate mehr als Notfallmedikation mit. Derzeit ist in dieser Region Atovaquon/Proguanil für die Notfallmedikation unsere einzige Option."

In der Diagnostik hat sich in den letzten zwei Jahren kaum etwas geändert, wie Dr. Fritz Holst, Tropen- und Reisemedizinisches Zentrum, Marburg, der "Ärzte Zeitung" beim Internistenkongress in Mannheim sagte. Noch immer ist der Dicke Tropfen die Standardmethode, also der unfixierte, luftgetrocknete dicke Blutausstrich. Der Leitlinie zufolge ist die Sensitivität für den Nachweis von Plasmodien im Dicken Tropfen im Vergleich zum dünnen Blutausstrich (Methanol-fixiert, ungefärbt) um etwa das Zehnfache erhöht. Als große Hilfe haben sich Schnelltests erwiesen. Mittlerweile seien sie so gut validiert, dass bei Malaria tropica durch Plasmodium falciparum eine 90 prozentige Sensitivität und Spezifität erreicht werde, so Holst. Innerhalb von 15 Minuten liege das Ergebnis vor.

Auch bei der Therapie von Malaria-Kranken hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel verändert. Allerdings: Seit Anfang des Jahres ist Mefloquin in Deutschland nicht mehr zugelassen. Es könne zwar über die internationale Apotheke bestellt werden, so Holst. Aber die Lieferung für die Anwendung zur Therapie dauere zu lange, sodass Mefloquin nicht mehr für die Behandlung, sondern nur noch für die Prophylaxe infrage komme. Doch für die erfolgreiche Therapie stehen noch immer drei Kombinationen zur Verfügung: Atovaquon plus Proguanil, Artemether plus Lumefantrin sowie Dihydroartemisinin plus Piperaquin. (ple/gvg/ikr)

Mehr zum Thema

Anpassungsvorgänge brauchen Zeit

Höhenkrankheit bei Kindern und Jugendlichen: Das gilt es zu beachten

Flugmediziner klärt auf

Wann ein Mensch zu krank für den Flug ist

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Lesetipps
Zwei Hände tippen auf einem PC.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Bewertungsportale

Wie Praxen am besten auf schlechte Online-Bewertungen reagieren