Ärzte Zeitung, 26.02.2008

"MediPäds" bringen Prävention an Schulen voran

In Westfalen-Lippe informieren Ärzte und Lehrer gemeinsam Schüler über Gesundheitsthemen / Projekt wurde bis Ende 2011 verlängert

KÖLN (iss). Teams aus Ärzten und Lehrern können sich an den Schulen in Westfalen-Lippe weiterhin für ein gesundheitsbewusstes Verhalten stark machen. Das Projekt "MediPäds" wird bis Ende 2011 fortgesetzt.

Künftig sollen die Teams allerdings Ansprechpartner für die ganze Schule sein - und nicht nur für eine Schulklasse. "Ziel sollte es sein, nicht nur punktuell gesundheitsfördernden Unterricht in einzelnen Klassen durchzuführen, sondern Gesundheitsbewusstsein in allen Bereichen der Schule zu einer Art Leitbild zu machen, bei Schülern, Lehrern und Eltern", erläuterte Dr. Ulrike Beiteke, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL).

Ärzte erhalten je Projektphase 650 Euro für Aufwand und Vertretung.

Angesichts der Zunahme chronischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen müssten Gesundheit und präventive Maßnahmen stärker in den Schulalltag integriert werden. "Diese ärztliche Aufgabe ist sinnvoll nur mit pädagogischen Kenntnissen umzusetzen", sagte sie. Das Projekt ist im Herbst 1997 angelaufen, zurzeit sind 60 Arzt-Lehrer-Teams in Westfalen-Lippe aktiv. Kooperationspartner bei "MediPäds" sind die ÄKWL, die KV Westfalen-Lippe (KVWL), der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Betriebskrankenkassen und die Medusana Stiftung. Gefördert wird die Initiative von dem Pharmaunternehmen Janssen Cilag.

Es gehe darum, bei Schülern frühzeitig gesundheitsbewusstes Verhalten zu verankern, sagte KVWL-Vorstand Dr. Thomas Kriedel. "Prävention bei Erwachsenen ist ungleich schwerer zu vermitteln." Die Arzt-Lehrer-Teams bringen in Unterrichtsstunden, an Projekttagen und bei Elternabenden den Schülern und ihren Eltern Themen wie Ernährung, Haut/Umwelt, Bewegung, Sinne, Sucht und Abhängigkeit oder "Kinder lernen helfen" nahe.

Für ihren Einsatz erhalten die Ärzte und Lehrer pro Projektphase eine Aufwandsentschädigung von jeweils 350 Euro, niedergelassene Ärzte bekommen zusätzlich eine Vertretungspauschale von 300 Euro. Künftig sollen die Ärzte, die sich bei den "MediPäds" engagieren, einen Pool von Schulpatenärzten bilden, die von Schulen angefragt werden können.

Mit Patenärzten arbeitet die Ärztekammer Nordrhein bei ihrem Gemeinschaftsprojekt "Gesund macht Schule" mit der AOK Rheinland/Hamburg bereits erfolgreich.

Weitere Infos samt Flyer zum Projekt im Internet: www.medusana.de/

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »