Ärzte Zeitung, 29.07.2013

Gesundheit studieren

Neues Studium lockt immer mehr Studenten an

Kleine Kurse, eine enge Bindung zu den Dozenten: Damit gewinnt die Fliedner Fachhochschule immer mehr Studenten. Voraussetzung für ein Studium im Gesundheitssektor ist nicht zwingend ein Abitur.

Von Jonas Tauber

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Die Fliedner Fachhochschule in Düsseldorf bietet Voll- und berufsbegleitende Studiengänge an.

© Fliedner Fachhochschule

KÖLN. Die private Fliedner Fachhochschule Düsseldorf hat sich erfolgreich als Nischenanbieter für die akademische Ausbildung in Gesundheit, Pflege, Erziehung und Management positioniert. Sie wurde 2011 ins Leben gerufen.

"Die Gründungsphase ist abgeschlossen und wir befinden uns jetzt im Ausbau", sagt die Rektorin Professor Marianne Dierks der "Ärzte Zeitung". Zum Wintersemester starten drei neue Studiengänge.

Derzeit hat die Fachhochschule vier Bachelor-Programme im Angebot: Bildung und Erziehung in der Kindheit, Pflege und Gesundheit, Pflegemanagement und Organisationswissen sowie Pflegepädagogik. Mit Bildungsmanagement sowie Management und Diversity gibt es zwei Master-Studiengänge.

Im Oktober kommen die Studiengänge Altenpflege und Management, Beratung im Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen, sowie Medizinische Assistenz-Chirurgie hinzu.

"Den Studiengängen ist gemein, dass sie bedarfsgerecht sind und wir einen sicheren Berufseinstieg garantieren können", glaubt Dierks. Als Tochterunternehmen der Kaiserwerther Diakonie kenne sich die Hochschule bestens mit den Praxisanforderungen aus.

Die Fachhochschule bietet Vollzeit-Studiengänge und berufsbegleitende Programme an. Bei letzteren findet der Unterricht entweder alle zwei Wochen von Freitag bis Sonntag statt.

Oder Studierende besuchen die Lehrveranstaltungen alle drei Wochen von Montag bis Samstag. Derzeit überwiegen die Vollzeitstudenten mit einem Anteil von 67 Prozent.

Ob Voll- oder Teilzeit, monatlich sind 350 Euro Studiengebühren fällig. Das Interesse ist dennoch groß. "Bereits heute haben wir 170 Anfragen für die im Wintersemester startenden Studiengänge", sagt Dierks.

Vier neue Stellen für Hochschulleher

Sie rechnet mit 250 Neustudenten. Im ersten Jahrgang 2011 waren es nur 106. Für alle Programme gelte die Verzahnung von Theorie und Praxis, wirbt Dierks. Für den praktischen Teil kann die Fachhochschule auf Einrichtungen der Diakonie Kaiserwerth zählen.

Bewerber für ein Bachelor-Studium müssen nicht unbedingt das Abitur oder die Fachhochschulreife haben. Wer eine einschlägige zweijährige Ausbildung, etwa als Pflegekraft, sowie drei Jahre Berufserfahrung mitbringt, kann ebenfalls ein Studium aufnehmen.

Eine dritte Zielgruppe sind Frauen, die aus der Familien- und Erziehungsarbeit in die Erwerbstätigkeit gehen wollen, sagt sie. Um allen Studierenden mit ihren unterschiedlichen Biographien gerecht zu werden, setzt die Fliedner Fachhochschule Dierks zufolge auf umfassende Beratung vor und während des Studiums sowie auf unterstützende Angebote bei Schwierigkeiten.

Dazu gehört ein Schreibtraining, bei dem die Studierenden die Regeln wissenschaftlichen Schreibens oder Strategien gegen Schreibblockaden lernen.

Im Vergleich zu staatlichen Schulen ist die Zahl der Studenten im Verhältnis zu den Professoren gering, sagt Dierks. Das ermöglicht kleine Lerngruppen. "Mit Ausnahme von Vorlesungen liegt die Zahl der Studierenden in allen Lehrveranstaltungen zwischen 20 und 50", sagt Dierks.

Das führe zu einer engeren Bindung unter den Studierenden und zwischen Professoren und Studenten. Zum Wintersemester will die Leitung die Zahl der Hochschullehrer um vier auf 13 erhöhen.

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