Ärzte Zeitung, 16.09.2016

Motivation oder Frustration

Welche Botschaft haben die Paralympics für die Welt?

Die Paralympics neigen sich dem Ende zu - mit welcher Botschaft?

Ein Kommentar von Christoph Fuhr

Die Paralympics gehen am Sonntag in Rio zu Ende, die Bilanz ist auf den ersten Blick mehr als bescheiden.

Festival der Rekorde? Dass bei den Weltspielen der Behinderten mehr als 140 Weltrekorde gefallen sind, stinkt zum Himmel und ist ein Indiz dafür, dass das System der Dopingkontrollen völlig versagt hat.

Äpfel gegen Birnen? Dass es in vielen Wettbewerben zu Ungerechtigkeiten kommt, weil Menschen mit unterschiedlichen Ausprägungen von Behinderungen gemeinsam an den Start gehen, ist extrem unfair.

Vorbildfunktion? Dass die Spitzenleistungen der Athleten Impulse für den Behindertensport in der Breite geben können, ist mehr als zweifelhaft. Wenn die Top-Athleten ihre Klasse demonstrieren, steigt an der Basis wohl eher der Frust: "Das werde ich selbst niemals schaffen."

Die Paralympics – ein Sportevent für die Katz? Mitnichten! Denn was bleibt, ist eine Botschaft, die die Sportler von Rio aus mit Energie und Lebensfreude glaubwürdig transportiert haben: Wir wollen mit unseren Schwächen akzeptiert werden! Nehmt zur Kenntnis, dass körperliche Unvollkommenheit die normalste Sache der Welt ist!

Wenn diese Botschaft auch nur halbwegs rund um den Globus angekommen ist, dann waren die Paralympics ein Erfolg.

Lesen Sie dazu auch:
Paralympics: Beeindruckende Leistungen, aber auch viele Widersprüche

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