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Selbst über 60jährige konsumieren Anabolika

NEU-ISENBURG (Smi). Doping ist keine Frage des Alters. Auch im Seniorensport sind in den vergangenen Jahren Dopingfälle bekannt geworden, wie eine Aufstellung des Deutschen Sportbunds (DSB) dokumentiert. Die bislang älteste Sünderin dabei war 56 Jahre alt!

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Der Fall der 56jährigen Kathy Jager machte im Jahr 2000 international Schlagzeilen. Bei einem Meeting in England lief die US-Athletin die 100 Meter in fantastischen 13,55 Sekunden, wobei sie ihre Konkurrenz um fast eine halbe Sekunde hinter sich ließ. Das Erwachen kam für die Großmutter von vier Enkelkindern nach dem Lauf: Beim Dopingtest wurde sie der Einnahme anaboler Steroide überführt.

Kein Einzelfall, wie der DSB dokumentiert. Wobei auch deutsche Athleten zu den Unbelehrbaren zählen. Im vergangenen Herbst etwa wurde der 63jährige Hammerwerfer Eberhard Kliesch aus Brandenburg bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Schweinfurt als Anabolika-Konsument entlarvt und vom DLV für zwei Jahre gesperrt. Weitere Dopingsünder sind die italienische Sprinterin Tanja Ciuciula, der Weitspringer Corrado Minervini und der tschechische Speerwerfer Frantisek Dráp, die alle in der Kategorie der über 50jährigen angetreten waren.

Trotz der bekannt gewordenen Dopingfälle ist das Kontrollnetz sehr weitmaschig. So hat es bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Sindelfingen kürzlich nur 15 Doping-Kontrollen bei mehr als 2500 Teilnehmern gegeben. Für mehr gibt es kein Geld. "Der DLV ist mit seinen Aufwendungen von 400 000 Euro im Anti-Doping-Kampf an der Grenze des Machbaren", so DLV-Vize Theo Rous.

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