Direkt zum Inhaltsbereich

Mit Mikrofrakturierung heilen Knorpeldefekte meist gut

HEIDELBERG (ner). Tiefe Knorpeldefekte, etwa im Knie, heilen meist gut aus, wenn die Patienten mit der relativ einfachen Mikrofrakturierungstechnik behandelt werden, so der Heidelberger Unfallchirurg Dr. Hans H. Pässler. Allerdings sei auch die postoperative Nachbehandlung für das Endergebnis entscheidend - die Mitarbeit der Patienten muß daher gesichert sein.

Veröffentlicht:

Grundsätzlich kämen alle bis auf den Knochen reichende Knorpeldefekte, die meist traumatische Ursachen haben, als Indikation für die Mikrofrakturierungstechnik in Frage, schreibt Pässler in der Zeitschrift "Sportorthopädie.Sporttraumatologie" (20, 2004, 171).

    Bei fast 80 Prozent werden die Beschwerden langfristig reduziert.
   

Dabei werden arthroskopisch mit einer speziellen Ahle drei Millimeter tiefe Perforationen in den subchondralen Knochen eingebracht, und zwar im Abstand von drei bis vier Millimetern. Durch die Perforationen tritt Blut in das Verletzungsgebiet ein. Im Blut befinden sich Stammzellen, die sich in der neuen Umgebung differenzieren und einen den Defekt füllenden Faserknorpel oder eine Mischung aus Faser- und hyalinem Knorpel bilden.

Inwieweit der physiologisch wertvollere hyaline Knorpel gebildet wird, scheint auch von der postoperativen Bewegungstherapie abzuhängen, wie Tierversuche ergeben haben. Wichtigste Rehamaßnahme der komplexen Nachtherapie sei die passive Bewegung in der Bewegungsschiene für mindestens sechs Stunden täglich, so Pässler.

Ist das Femorotibialgelenk betroffen, müsse das Knie zwei bis vier Wochen ganz entlastet werden (nur Abrollen), weitere zwei bis vier Wochen ist nur die Teilbelastung erlaubt. Insgesamt dauert es nach Pässlers Angaben etwa ein halbes Jahr, bis der Ersatzknorpel palpatorisch fest und voll belastbar ist.

Die Erfahrungen mit der Mikrofrakturierungstechnik sind an der ATOS-Klinik in Heidelberg gut. In einer Studie mit 162 Patienten, die durchschnittlich vier Jahre lang nach dem Eingriff wiederholt befragt worden sind, gaben 78 Prozent der behandelten Patienten an, daß sich die Beschwerden vermindert hatten, bei 18 Prozent ergab sich keine Änderung der Beschwerden, bei vier Prozent hatten sich die Symptome verstärkt. Dieses Studienergebnis bestätigt die Resultate vorangegangener Studien.

Mehr zum Thema

Kleine konkrete Schritte

So lassen sich Patienten zu mehr Therapieadhärenz motivieren

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Die Impfsaison startet: Wie gehen Sie vor, Dr. Fleischhauer?

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

Lesetipps
 Nebenniereninsuffizienz

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist