Ärzte Zeitung, 08.02.2005

Doping-Fahnder entdecken neues Designersteroid

Desoxy-Methyl-Testosteron / Neue Nachweis-Methode

NEU-ISENBURG (Smi). In Folge des Skandals um das Designersteroid THG (die "Ärzte Zeitung" berichtete) hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) ein zweites nur zum Zwecke des Dopings entwickeltes Steroid entdeckt.

Wie Olivier Rabin, wissenschaftlicher Direktor der Wada, einem BBC-Bericht zufolge mitteilte, ist man der neuen Substanz nach einem anonymen Tip auf die Spur gekommen. Kanadische Zollbeamte hätten ein Muster an der Grenze zu den USA beschlagnahmt. Rabin bezeichnete die Substanz als Desoxy-Methyl-Testosteron (DMT). Mit diesem Fund habe man bewiesen, daß THG nicht das einzige Designersteroid sei, sagte Rabin.

Tetrahydrogestrinon, eine Modifikation des Steroidhormons Gestrinon, war 2003 erstmals in die Schlagzeilen geraten. Als Hersteller konnte das US-Labor Balco identifiziert werden. Nachdem eine Nachweismethode für THG gefunden war, wurden Tausende von Dopingproben nachuntersucht. Mehrere internationale Top-Athleten sind in den Skandal verwickelt, so die US-Sprinterin Kelli White und der britische Sprint-Europameister Dwain Chambers.

Nach Aussagen von Wada-Forschungsdirektor Rabin ist inzwischen auch eine Nachweis-Methode für DMT entwickelt worden. Derzeit lägen jedoch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und wie viele Athleten das neue Designer-Anabolikum benutzt haben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »