Direkt zum Inhaltsbereich

Sport mobilisiert Knochenmark-Stammzellen

MANNHEIM (nsi). Sport mobilisiert offenbar endotheliale Progenitorzellen aus dem Knochenmark. Diese Erkenntnis könnte die Schutzwirkung von Bewegung vor kardiovaskulären Ereignissen erklären - zusätzlich zum Trainingseffekt für den Herzmuskel und einer besseren Sauerstoffversorgung des Körpers durch Aktivität. Sport könnte möglicherweise aber auch helfen, die Folgen zerebraler Ischämie zu mindern.

Veröffentlicht:

Erst kürzlich haben nach Angaben von Privatdozent Ulrich Laufs vom Uniklinikum des Saarlandes in Homburg an der Saar Leipziger Forscher in einer prospektiven Studie mit 101 Teilnehmern belegt, daß bei stabiler KHK und geringgradigen Koronarstenosen ein Training auf dem Fahrrad-Ergometer von täglich 20 Minuten das ereignisfreie Zwölf-Monats-Überleben und die körperliche Belastbarkeit mehr verbessern kann als eine Angioplastie - und das zu niedrigeren Kosten.

Prospektive Studien mit dem Endpunkt Sterblichkeit stünden aber noch aus. Das berichtete Laufs beim gemeinsamen Symposium der AG "Herz-Hirn" der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie beim Kardiologen-Kongreß in Mannheim.

In einer weiteren Studie mit stabilen KHK-Patienten und Gesunden wurde nachgewiesen, daß eine halbe Stunde Joggen am Tag die Zahl endothelialer Vorläuferzellen im Blut erhöht. Dieser Effekt - zumindest den Ergebnissen von Tierversuchen zufolge - könnte auch vor den Folgen eines Schlaganfalls schützen: Mäuse, bei denen eine Ischämie durch vorübergehenden Verschluß der Arteria cerebri media erzeugt worden war, hatten kleinere geschädigte Hirn-Areale, wenn sie sich in einem Laufrad im Käfig viel bewegen konnten, als wenn sie keine Trainingsmöglichkeiten hatten. Zugleich fanden sich mehr Stammzellen im Blut.

"Wir haben also neue Hinweise darauf, wie Sport kardiovaskuläre Risiken und die Folgeschäden eines Hirninfarkts reduzieren kann", sagte Laufs. "Was wir noch nicht haben, sind aussagekräftige Marker dafür, wieviel Sport beim Einzelnen notwendig ist, um solche protektiven Effekte zu erzielen."

Mehr zum Thema

Herzstillstand durch Dauerlauf

Wie gefährlich sind Marathons fürs Herz?

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle fürs Demenzrisiko bedeuten

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitale Praxis

KI-Helfer für die Praxis entwickelt Hausarzt Rasche selbst

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Lesetipps
Entzündung in der Niere.

© CreativeArt / stock.adobe.com / Generated with AI

Kleingefäßvaskulitiden

IgA-Vaskulitis bei Erwachsenen: Immer nach der Niere sehen!