Ärzte Zeitung, 24.05.2005

Ärzte bringen Mühlheimer Bürger in 100 Tagen zum Laufen

Mediziner des Mülheimer Schlaganfallverbundes wollen Sportmuffel für den Ruhrauenlauf motivieren / Training für Herzinfarktpatienten

MÜLHEIM (akr). Mit der Aktion "In 100 Tagen zum Ruhrauenlauf" wollen Ärzte des Mülheimer Schlaganfallverbundes die Bürger in Bewegung bringen. Den Ruhrauenlauf gibt es bereits seit zehn Jahren in Mülheim. Geht es nach den Plänen der Ärzte, sollen vor allem Sportmuffel daran teilnehmen.

"In 100 Tagen zum Ruhrauenlauf": Der Arzt Uwe Brock (links) wirbt zusammen mit anderen Initatoren für die Präventionsaktion. Foto: akr

Betreut von Sportmedizinern des Hausärztenetzes Mülheim können Interessierte für den Lauf trainieren. "Wir wollen auch und gerade Menschen motivieren, die sich wegen Vorerkrankungen nicht trauen, sich zu bewegen", sagt Uwe Brock, Vorsitzender des Mülheimer Schlaganfallverbundes.

Das Mülheimer Hausärztenetz hat den Verbund 2003 auf Brocks Initiative ins Leben gerufen. Ihm gehören mittlerweile alle Ärzte an, die an der Schlaganfall-Versorgung beteiligt sind. Der Verbund ist sehr aktiv: Mit Aktionen und Veranstaltungen machen die Mediziner Bürger immer wieder darauf aufmerksam, daß sie beim Auftreten bestimmter Symptome sofort den Notarzt rufen sollen.

Außerdem haben Ärzte aus Praxen, Kliniken und Rettungswesen gemeinsam ein Handbuch erarbeitet, damit die Arbeitsabläufe bei der Behandlung von Patienten nach einem Schlaganfall möglichst nahtlos ineinander übergehen (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Brock und seine Mitstreiter engagieren sich auch auf dem Gebiet der Prävention. Mit ihrer gerade angelaufenen Aktion wollen sie dem Risikofaktor Übergewicht zu Leibe rücken. "Gerade im Frühjahr sind viele Menschen dazu bereit, die im Winter zugelegten Pfunde abzutrainieren", sagt Brock.

Gemeinsam mit dem Sportverein TSV Victoria Mülheim und dem Wasserwerk der Stadt, dem Sponsor des Laufs, haben die Ärzte die Bürger über die Lokalpresse zum Training für den Lauf eingeladen. "Die Resonanz war groß, 84 Interessierte sind gekommen", sagt er. Darunter waren viele, die bislang wegen einer Vorerkrankung wie Herzinfarkt oder regelmäßig eingenommener Medikamente eine sportliche Betätigung nicht wagten.

Die Teilnehmer können sich aussuchen, ob sie in den Disziplinen Walking, Nordic-Walking oder Laufen für fünf oder zehn Kilometer trainieren. Bis zum Tag des Ruhrauenlaufs am 27. August können sie sich jeden Dienstag in kleinen Gruppen und mit sportmedizinischer Betreuung vorbereiten. "Wer fit genug ist und Spaß an der Bewegung gefunden hat, soll an den Sportverein weitergeleitet werden", erklärt Brock.

In den nächsten Wochen werden die Ärzte in ihren Praxen Informationsblätter auslegen, um weitere Patienten für die Aktion zu gewinnen. Brock: "Unser Ziel ist, so viele Teilnehmer zu gewinnen, daß alle zusammen an einem Tag 1000 Kilometer gegen den Schlaganfall laufen."

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