Ärzte Zeitung, 10.02.2006

Werders Keeper hat mehrere Frakturen im Gesicht

Andreas Reinke wurde gestern noch operiert

Stark blutend lag Bremens Torwart Andreas Reinke im eigenen Strafraum. Foto: ddp

BREMEN (cben/dpa). Werder Bremens Torhüter Andreas Reinke hat bei dem Zusammenprall mit Martin Stranzl im Spiel beim VfB Stuttgart am Mittwoch weniger schwere Verletzungen erlitten als befürchtet.

Die Ärzte im Stuttgarter Katharinenhospital haben bei einer Untersuchung gestern morgen zwar mehrere Frakturen im Gesicht diagnostiziert. Ein Schädel-Hirn-Trauma, wie zunächst vermutet, hat Reinke aber nicht erlitten. Der 37jährige soll nach der ge-strigen Operation drei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Dem Torhüter gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Tino Polster, Sprecher von Werder-Bremen. "Andreas Reinke konnte die Nacht jedoch nur unter starken Schmerzmitteln verbringen", sagte gestern Dr. Götz Dimanski, der Mannschaftsarzt von Werder Bremen, der bei Reinke in Stuttgart geblieben ist. "Die ärztliche Versorgung im Katharinenhospital ist hervorragend, sie haben dort die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation."

Die zunächst schockierten Werder-Verantwortlichen äußerten sich gestern erleichtert. Direkt nach dem Spiel am Mittwoch war noch von einem Schädel-Hirn-Trauma die Rede gewesen. Reinke sollte deshalb zunächst noch in der Nacht operiert werden. Nach Worten Polsters wurden aber keine Hirnverletzungen festgestellt. "Nähere Informationen über Reinkes Gesundheitszustand wollen wir zu diesem Zeitpunkt nicht geben", sagte er.

In dem Bundesligaspiel prallten VfB-Stürmer Stranzl und Reinke in der 81 Minute im Strafraum des Werder-Tores gegeneinander. Stranzl, der einem Paß in den Strafraum nachgeeilt war, rutschte vor Reinke aus und traf den Keeper mit dem Knie im Gesicht. Minutenlang kniete der Werder-Profi, der unter Schock stand, stark blutend auf dem Rasen, während Ärzte versuchten, die Blutung zu stillen. Reinke wird voraussichtlich drei bis vier Wochen nicht auf dem Spielfeld stehen können.

Torhüter Tim Wiese, der für Reinke eingesprungen war, sagte: "Sport kann manchmal so grausam sein, als ich rein kam, lag da noch diese Blutlache im Strafraum."

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