Ärzte Zeitung, 12.06.2006

Wer oft köpft, wird nicht gleich dumm

Studien lassen vermuten, daß sich Gehirnleistungen bei Fußballern verringern können

Die Frage ist fast so alt wie der Fußball selbst: Machen Kopfbälle dumm? Bisherige sportmedizinische Forschungen zeigen, daß man differenzieren muß.

"Grundsätzlich ist die Kraft, die bei einem Kopfball auf den Körper einwirkt, nicht so groß, daß man akute Verletzungen erwarten müßte", sagt Professor Andreas Schmid, Oberarzt der Sportmedizinischen Abteilung der Universitätsklinik Freiburg.

In mehreren Studien wurden Frauen und Männer beim Köpfen untersucht, und es konnten hinterher keine größeren Veränderungen bei neuropsychologischen Tests festgestellt werden. Hierbei wurden zum Beispiel die Merkfähigkeit, die Denkgeschwindigkeit und das Erinnerungsvermögen getestet.

"Einige Versuchspersonen erlebten allerdings Symptome, die denen nach einer leichten Gehirnerschütterung gleichen", berichtet Schmid. Diese Empfindungen konnten jedoch nicht gemessen werden und verschwanden rasch wieder.

Als man die neuropsychologischen Tests mit Personen wiederholte, die über einen langen Zeitraum Fußball gespielt und viel geköpft hatten, verschlechterten sich die Ergebnisse allerdings.

"Es gibt also Hinweise darauf, daß Kopfbälle über einen längeren Lebenszeitraum zu meßbaren Funktionsveränderungen im Gehirn führen können", faßt der Freiburger Sportarzt zusammen. Dies heißt also, daß Kopfbälle nicht sofort dumm machen, auf Dauer aber die Gehirnleistung verändern können.

"Das Gefahrenpotential von Kopfbällen kann man durch die richtige Technik mindern", sagt Schmid. Trainiert werden sollten das richtige Timing und die Bewegungskoordination, damit man den Ball kontrolliert mit der Stirn annehmen kann. Es sei auch möglich, die Nacken- und Rückenmuskulatur gezielt für Kopfbälle zu stärken. (ddp.vwd)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus. mehr »