Ärzte Zeitung, 26.01.2007

Sportmediziner analysieren Laufwege der deutschen Handballer

Projekt der Uni Bochum / Deckenkameras halten jede Bewegung fest

KÖLN (pah). Egal wie die deutschen Handballer bei der noch eine Woche dauernden Weltmeisterschaft im eigenen Land abschneiden: Bei den Olympischen Spielen in Peking sollen sie noch besser sein. Das wollen Sportmediziner der RuhrUniversität Bochum (RUB) erreichen. Mit Kameras an der Hallendecke und Computern analysieren sie die Laufwege der Spieler.

Deutschlands Christian Zeitz setzt sich gegen slowenische Gegner durch. Während der Begegnung zeichnete eine Kamera jede Bewegung der Spieler auf. Foto: dpa

"Ziel ist, die Leistung der deutschen Handballer bis zu den Olympischen Spielen zu verbessern", sagt die Leiterin der Untersuchung, Professor Petra Platen von der Fakultät für Sportmedizin der RUB. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Köln.

Die Forscher haben während der Handball-Weltmeisterschaft mit Deckenkameras die Vorrundenspiele der Deutschen gefilmt und wollen alle Spiele der Hauptrunde ins Bild setzen. Mit Hilfe von IT-Experten und einer speziellen Analyse-Software werden die Laufbewegungen der Spieler ausgewertet.

Handball-Nationalspieler Christian Schwarzer (r.) und Johannes Bitter blocken einen Angriff Sloweniens ab. Das WM-Spiel endete 35:29 für die Deutschen. Foto: ddp

Durchschnittsgeschwindigkeit und Dauer der Pausen

Aus den gewonnenen Daten wie der zurückgelegten Laufstrecke der Spieler, ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit und der Dauer von Pausen wollen die Forscher den derzeitigen Leistungsstand der internationalen Spitze im Handball ermitteln. "Aus dem Vergleich der Daten von Mannschaften und Spielern wollen wir dann Trainingsempfehlungen für die deutsche Mannschaft ableiten", sagt Projektleiterin Platen.

Das Forschungsprojekt basiert auf einer Untersuchung über das Bewegungsprofil bei Frauenhandballmannschaften. Bei der Europameisterschaft der Frauen in Ungarn 2004 wurden die Herzfrequenzen gemessen. Es zeigte sich, dass Spielerinnen mit besserer Ausdauer einer geringeren körperlichen Belastung ausgesetzt waren, obwohl sie größere Strecken zurücklegten.

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