Ärzte Zeitung, 02.03.2007

Der Atem gibt den Rhythmus der Übungen vor

Zen-Gymnastik fördert die Entspannung und schult das Koordinationsvermögen / Viele Fitness-Center bieten Kurse an

RÖSRATH (ddp). Den Alltag hinter sich lassen und gleichzeitig etwas für den Körper tun: Dies ermöglicht Zen-Gymnastik - eine Entspannungstechnik, die Meditation und Bewegung vereint.

Den Alltag hinter sich lassen und gleichzeitig etwas für den Körper tun: Dies ermöglicht Zen-Gymnastik. Foto: ddp

"Grundlage sind langsame und bewusste Übungen, die sowohl im Stand als auch auf der Matte ausgeführt werden", sagt Trainerin und Buchautorin Karin Burschik aus Rösrath bei Köln. Zen-Gymnastik besteht aus 108 Übungen und sei bereits um das Jahr 500 im chinesischen Schaolin-Kloster von den Mönchen ausgeübt worden.

"Der Name bedeutet übersetzt so viel wie ‚geistige Ausrichtung auf das Hier und Jetzt‘", erläutert Burschik. Am Anfang jeder Trainingsstunde meditieren die Teilnehmer zehn Minuten. Dann folgen jeweils 20 Minuten im Stehen und auf der Matte. "Die Standübungen erinnern ein wenig an Qigong, wirken aber gezielter auf die Meridiane, wie sie auch in der Akupunktur bearbeitet werden", sagt Burschik. Zudem seien viele Bodenübungen im Programm, die an Yoga angelehnt sind, aber nur ganz selten statisch gehalten werden.

"Wesentlich bei allen Einheiten ist, dass die Bewegungen immer im Einklang mit dem Atem stehen. Er gibt den Rhythmus der Gymnastik vor." Eine zehnminütige Tiefenentspannung am Ende rundet die Stunde ab. Passend zur Atmung sind die Abläufe meist zwei-, gelegentlich auch vier- bis achtphasig angelegt. "So wird eine Bewegung beim Einatmen in die eine Richtung, beim Ausatmen in die andere Richtung ausgeführt", erläutert Burschik.

Beispielsweise stehen die Schüler bei einer Gleichgewichtsübung auf einem Bein und umfassen das gebeugte Knie. Beim Ausatmen wird das Bein an den Oberkörper gezogen, beim Einatmen geht man in die Ausgangsstellung zurück, erläutert die Autorin.

Außer der Entspannung schult Zen-Gymnastik das Koordinationsvermögen. "Weil alle Übungen bewusst und konzentriert ablaufen, verbessert sich auch die Körperwahrnehmung", sagt Burschik. Außerdem sei außer einer verbesserten Beweglichkeit auch ein leichter Kraftzuwachs in Bauch und Rücken zu verzeichnen. "Oft wirkt sich die Gymnastik positiv auf Verdauung und Atemfunktion aus, weil wir die natürliche Bauchatmung üben und dadurch das Zwerchfell trainiert wird."

Geeignet ist Zen-Gymnastik für alle Menschen, die bereit sind, sich nach innen zu wenden und auf ihren Körper zu hören. "Ein Entspannungseffekt ist meist schon nach der ersten Einheit zu spüren", betont die Trainerin. Wer Zen-Gymnastik erlernen möchte, findet Tipps und Übungen im Buch "Zen-Gymnastik" von Karin Burschik. Außerdem bieten viele Fitness-Center und Sportvereine Kurse an. "Manchmal tragen diese auch den Namen ‚Body and Mind‘. In diesem Fall sind noch einige zusätzliche Übungen aus dem Qigong im Programm", sagt Burschik.

Karin Burschik: Zen-Gymnastik. Der Weg zu Gesundheit und innerer Ruhe. Urania. 2006, 10,95 Euro, ISBN 978-3332018509

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