Ärzte Zeitung, 22.07.2008

KOMMENTAR

Keine GEZ-Gelder für Dopingsumpf!

Von Michael Hubert

Wer die Fernsehberichte zur Tour de France anschaut, gewinnt den Eindruck "same procedure as every year". Fahrer sind empört über dopende Kollegen, Offizielle sprechen von Einzelfällen. Die Live-Übertragungen laufen weiter, garniert mit Kritik von Dopingfahndern.

Wie tief der Sumpf wirklich ist, zeigen Berichte über Dienstleistungsangebote für Sportler, sie systematisch an die Schwellenwerte der Dopingtests heranzuführen. Beteiligt sind auch Mediziner. Die Tour besteht so aus zwei Wettbewerben: den Radfahrern und jenen, die sie mit unerlaubten Mitteln bei der Leistungssteigerung unterstützen.

Zwei Konsequenzen sind zu ziehen: Erstens sollten pharmazeutische Unternehmen, die Arzneimittel mit möglichem Missbrauchspotential entwickeln, die Substanzen frühzeitig an die internationale Antidoping-Agentur geben. Testverfahren können so entwickelt werden, bevor die Produkte auf den Markt kommen.

Zweitens sollte auf konsequente Marktwirtschaft gesetzt werden. Denn haben die Zuschauer kein Interesse mehr an unsauberem Sport, sinken die Einschaltquoten und in der Folge die Werbeeinnahmen. Zumindest gilt das für rein werbefinanzierte Sender. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mit ihren Gebühreneinnahmen sind davon nicht betroffen. Sie sollten sich daher komplett heraushalten aus dem Poker um Übertragungsrechte: keine Bewässerung des Dopingsumpfs mit GEZ-Zwangsgeldern!

Lesen Sie dazu auch:
Doping? Ein Labor aus Spanien hilft

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »