Ärzte Zeitung, 14.05.2008

Drei einleuchtende Argumente gegen den Fonds

KV Bayerns will Gesundheitsfonds mit allen Mitteln verhindern und Patienten in den Protest mit einbinden

MÜNCHEN (sto). Mit drei einfachen Botschaften hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ihre Kampagne zum geplanten Gesundheitsfonds gestartet: Die Patienten sind die Verlierer des Fonds, der Fonds verschlechtert die Situation von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Apothekern und der Fonds geht zu Lasten Bayerns und seiner Bürger.

Es müsse mit allen Mitteln verhindert werden, dass der Gesundheitsfonds in der vorgesehenen Form umgesetzt wird, sagte KVB-Vorsitzender Dr. Axel Munte vor der Presse in München. Allein bei den Vertragsärzten drohe wegen der Systematik des Gesundheitsfonds und der damit verbundenen Honorarreform ein Umsatzverlust von 500 Millionen Euro.

Diese Summe reiche aus, um ein Quartal lang die komplette hausärztliche und kinderärztliche Versorgung in Bayern zu bezahlen, so der stellvertretende KVB-Vorsitzende Dr. Gabriel Schmidt weiter. Mit 500 Millionen Euro könnte aber auch ein Jahr lang die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung aller Kinder und Jugendlichen in Bayern finanziert werden.

Für die Kampagne wurden alle 24 000 Praxen in Bayern mit Informationsmaterial, Plakaten für die Wartezimmer, Flyern und Unterschriftenlisten ausgestattet, in die sich die Patienten eintragen sollen. Zusätzlich wurde eine Homepage freigeschaltet. Dort soll veröffentlicht werden, was die 180 Abgeordneten des Bayerischen Landtags zum Gesundheitsfonds sagen. Außerdem soll auf der Internetseite demnächst eine Protestmail-Funktion eingerichtet werden.

Ziel der Kampagne, die in ähnlicher Form gleichzeitig in Baden-Württemberg gestartet wurde (wir berichteten) sei es, eine Verschlechterung der ambulanten medizinischen Versorgung im Süden Deutschlands zu verhindern.

Die Internetseite finden Sie unter: www.gesundheitsfonds-so-nicht.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »