Ärzte Zeitung, 16.05.2008

Finanzielle Anreize für Nachwuchsärzte

SRH-Kliniken wollen in Zukunft Zusatzqualifikationen bezahlen und bieten Teilzeit-Weiterbildung an

BERLIN (ble). Den bundesweit 2100 deutschen Kliniken geht trotz teurer Anzeigenkampagnen der medizinische Nachwuchs aus. Die private SRH-Klinikkette reagiert jetzt mit einer Kampagne im Internet.

 Finanzielle Anreize für Nachwuchsärzte

Nicht nur in Kliniken heiß begehrt: Junge Ärztin im Gespräch mit einem Patienten.

Foto: Bilderbox

Auch ein mittlerer sechsstelliger Eurobetrag für Anzeigen konnte die Lücke zuletzt nicht mehr schließen: Händeringend sucht die SRH-Gruppe für ihre sieben Kliniken 25 Assistenzärzte, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung der SRH Kliniken GmbH, Dr. Michael Almeling, in Berlin erläuterte. Derzeit beschäftigt die Gruppe 125 Assistenzärzte.

Mit einem Bündel finanzieller und organisatorischer Anreize will die Klinik dem Nachwuchsmangel jetzt begegnen. Danach sollen Assistenzärzte beispielsweise für den Erwerb von medizinischen Zusatzqualifikationen künftig finanziell mit bis zu 5000 Euro unterstützt werden. Bisher müssen Assistenzärzte etwa Sonografiekurse, die oft mit 400 bis 600 Euro zu Buche schlagen, selbst bezahlen.

Oberärzte sollen sich als Mentoren um den Nachwuchs kümmern und eine kontinuierliche Verbindung zum Chefarzt herstellen, verspricht Almeling. Neu ist auch ein "strukturiertes Logbuch", mit dem Assistenzärzte erbrachte Weiterbildungsinhalte bereits während ihrer Ausbildung lückenlos nachweisen können. Zudem verpflichte das Logbuch die Klinik, die festgehaltenen Weiterbildungsinhalte auch anzubieten, erläuterte Almeling.

Außerdem will die Klinikgruppe Assistenzärzten Schulungen in Management und Personalführung anbieten. Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollen Weiterbildungsstellen auch in Teilzeit angeboten werden. An allen Standorten können sich Nachwuchsärzte von der Klinik darüber hinaus auch Plätze in Kindertagesstätten und Kinderkrippen oder Tagesmütter vermitteln lassen. Er hoffe, dass sich weitere private Klinikketten der Initiative anschlössen, sagte Almeling.

Die Initiative im Internet: www.initiative-neue-aerzte.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »