Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Kriegsfolgen lassen Deutsche nicht ruhen

LEIPZIG (dpa). Viele ältere Deutsche haben ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg auch sechs Jahrzehnte danach noch nicht verarbeitet. Das haben Psychologen der Universitäten Leipzig und Zürich in einer Studie zum Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) herausgefunden.

Demnach leiden rund 3,4 Prozent der 60- bis 93-Jährigen am sogenannten Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) in Form von Schlaf- und Erinnerungsstörungen, Alpträumen und Depressionen. Im Vergleich zu jüngeren Menschen sind Mal so viele. "Diese Zahlen sind international eine Novität", sagte Professor Andreas Maercker von der Universität Zürich. Laut Untersuchungen in anderen Ländern hätten Ältere jeweils die niedrigsten PTBS-Häufigkeiten gezeigt.

Die Studie habe für die medizinische und psychotherapeutische Versorgung Älterer eine große Bedeutung, betonte Maercker. "Bisher wird oft fehldiagnostiziert." Mit der Studie wollen die Wissenschaftler Ärzte und Pflegekräfte dafür sensibilisieren, dass Krankheiten mit Kriegserlebnissen zusammenhängen können.

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