Ärzte Zeitung, 15.07.2008

Nicht 3000 - sondern 10 000 Schritte für Fitness

Mecklenburg-Vorpommern macht sich zum Vorreiter für Prävention / Ein Plan nennt konkrete Interventionen

ROSTOCK (di). Mecklenburg-Vorpommern verstärkt seine Bemühungen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Der vorliegende Landesaktionsplan reicht Gesundheitsminister Erwin Sellering (SPD) allerdings nicht aus - er fordert ein bundesweites Präventionsgesetz.

"Wir in Mecklenburg-Vorpommern brauchen und wir wollen dieses Gesetz", sagte Sellering bei der nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.

Von einer besseren Prävention und Gesundheitsförderung verspricht er sich Erfolge etwa gegen Adipositas, zu hohen Alkoholkonsum und das Rauchen. Als gesundheitspolitische Herausforderung betrachtet er das Ziel, die Lebensräume der Menschen gesundheitsfördernd zu gestalten.

Wie dies erreicht werden kann, ist im Landesaktionsplan beschrieben. Danach sollen etwa regionale Einrichtungen des Gesundheitswesens gesundheitsfördernde Ansätze der Kommunen unterstützen. Kliniken, Apotheken und Ärzte sollen mitwirken. Schülern ab der fünften Klasse sollen fächerübergreifend in 40 Stunden pro Schuljahr Kenntnisse zum Thema Lebenskunde und Gesundheit vermittelt werden.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales soll Empfehlungen geben, wie sich Lernleistungen und Gesundheitsvorsorge der Schüler verbessern lassen. Für die Betriebs- und Kindergartenverpflegung sollen die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bekannter gemacht werden.

Sportwissenschaftler Professor Klaus Bös aus Karlsruhe hält solche Anstrengungen in ganz Deutschland für überfällig. Er forderte in Rostock mehr Sportunterricht für Schüler, zugängliche Sportanlagen, qualifiziertere Übungsleiter und Konzepte, wie Jugendliche auch über die Pubertät hinaus zu Sport motiviert werden können. Die vom Bundesgesundheitsministerium empfohlenen 3000 Schritte pro Tag sind nach seiner Ansicht deutlich zu wenig - Ziel müssten 10 000 Schritte am Tag sein.

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