Ärzte Zeitung, 28.08.2008

Methusalem muss keine Last sein

Die Gesellschaft altert. Und sie fürchtet sich vor mehr Krankheit, längerem Leiden und steigenden Kosten. Eine Herausforderung für die Pharmaforschung: Spezielle Arzneien für alte Menschen.

Von Helmut Laschet

Methusalem muss keine Last sein

45 Prozent aller Krankheitskosten fallen bei über 65jährigen an, das sind gut 18 Prozent der Menschen heute. Ihr Anteil wird sich langfristig verdoppeln.

Bluthochdruck kann heute gut behandelt werden. Der Erfolg ist unverkennbar. Binnen 50 Jahren ist die Mortalität als Folge von Herzkreislauf-Erkrankungen halbiert worden. Aber: Hypertonie ist immer noch eine untertherapierte Krankheit.

Der wichtigste Grund, so Professor Walter Müller (Frankfurt) in einer gestern im Auftrag des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller publizierten Studie: Noncompliance, weil Hypertonie keine Beschwerden macht, aber Dauertherapie erfordert. Ein innovativer Ansatz, so Müller, könnte eine Bluthochdruck-Impfung sein, mit der durch immunologische Inaktivierung von Angiotensin II der Blutdruck lang anhaltend gesenkt werden könnte, weil die Therapietreue deutlich verbessert wird. Erste klinische Befunde deuten auf eine Wirksamkeit hin, so Müller.

Eine andere Herausforderung: Arthrose. Die Krankheit führt oft zur Frühverrentung, starken Schmerzen und Verlust der Autonomie, ist aber nicht tödlich. Die Therapie ist nur symptomatisch und mit starken Nebenwirkungen verbunden. Gebraucht werden, so Müller, neue Medikamente, die den Knorpelabbau stoppen, und neue Analgetika, die verträglicher sind.

Alzheimer, so Schmidt und die Koautorin Professor Adelheid Kuhlmey, könnte eine derjenigen Alterskrankheiten sein, die die Kompressionsthese - weniger Kosten bei rechtzeitiger Therapie - stützt. Voraussetzung: Es wird eine Therapie gefunden, die den Krankheitsprozess besser verzögert.

Illusorisch sei es aber, so VFA-Chefin Cornelia Yzer, die Industrie könne Innovationen auf Kommando entwickeln. Ihre Forderung: Bei der Bewertung neuer Arzneimittel deren Nutzen aus der Perspektive von Patienten und Gesellschaft zu betrachten und dafür zu sorgen, dass Innovationen den Patienten rasch zur Verfügung gestellt werden.

[29.08.2008, 14:20:02]
Dr. Gustav Hoch  dr.hoch@gmx.de
Methusalem
Blabla, sonst nichts!
Mit freundlichen Grüssen
Gustav Hoch. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »