Ärzte Zeitung, 21.10.2008

Blutzucker-Messung auch für nichtinsulinpflichtige Diabetiker

Kritische Replik auf den GEK-Hilfsmittel-Report

FRANKFURT (HL). Auch für nichtinsulinpflichtige Typ-2-Diabetiker ist die Blutzucker-Selbstmessung durch Teststreifen eine Kassenleistung, auch wenn der Nutzen dieser Form der Selbstkontrolle gegenwärtig kontrovers diskutiert wird.

Darauf weist der Verband der Diagnostika-Hersteller hin. Er reagiert damit auf eine Analyse der Praxis von Teststreifen-Verordnungen im jüngsten Hilfsmittel-Report der Gmünder Ersatzkasse, dessen Autoren Fehl- und Überversorgung vor allem bei Typ-2-Diabetikern, die kein Insulin benötigen, konstatieren .

Zu diesem Urteil kommen die Wissenschaftler um den Bremer Arzneimittelspezialisten Professor Gerd Glaeske, weil die Studienlage nicht befriedigend ist und uneinheitliche Ergebnisse liefert. Die medizinischen Fachgesellschaften kommen nicht zu kongruenten Empfehlungen - insgesamt laufen sie aber darauf hinaus, den Einsatz von Blutzucker-Messstreifen als Bestandteil des Patienten-Selbstmanagements anzusehen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bundesausschuss das IQWiG mit einer Evaluation beauftragt. Heute wird dazu in einem Stellungnahmeverfahren der Berichtsplan beraten.

Kritisch Stellung bezieht der GEK-Report auch zur Wirtschaftlichkeit und den Preisen der Tests. So werden dort Packungspreise zwischen 35,03 und 40,62 Euro angegeben. Dem widersprechen die Diagnostika-Hersteller. Tatsächlich liegen die Apothekenerstattungspreise bei 29 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Dieser Erstattungspreis wird von den Krankenkassen mit den Apothekerverbänden ausgehandelt und ist verbindlich. Seit 1997 sind die Erstattungspreise nach Angaben der Diagnostika-Hersteller um ein Viertel gesunken. Insofern sei die Verordnung der Teststreifen auch wirtschaftlich.

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