Ärzte Zeitung, 10.12.2008

Ärztinnen schaffen es nur selten bis an die Klinikspitze

Krankenhausreport des Statistischen Bundesamts / Verweildauer sinkt stark

BERLIN (ble). Auch 18 Jahre nach der Deutschen Einheit sind Frauen ein seltener Anblick auf den ärztlichen Führungsetagen der Kliniken. Das geht aus dem gestern in Berlin vorgestellten Krankenhausreport des Statistischen Bundesamtes hervor.

Seit 1991 hat der Anteil des nicht-ärztlichen Personals stark abgenommen.

Danach hat sich der Anteil von Frauen in leitenden Arztpositionen seit der Wiedervereinigung kaum verändert. Ende 2007 waren acht Prozent der leitenden Ärzte Frauen, 1991 waren es sieben Prozent. Dagegen wurde jede zweite Assistentenstelle 2007 von einer Frau besetzt, bei den Oberarztstellen war es noch jede vierte.

Insgesamt stieg die Zahl der Klinikärzte in Vollzeit im Zeitraum um 32 Prozent auf 126 000. Dagegen musste der nicht-ärztliche Dienst einen Stellenabbau von 14,6 Prozent hinnehmen. Mit bundesweit 2087 Kliniken zählten die Statistiker 324 Häuser weniger als noch 1991. Die Zahl der Betten ging um fast ein Viertel auf 506 954 zurück.

Dennoch sank der Grad der Bettenauslastung von 84,1 auf 77,2 Prozent. Grund ist der starke Rückgang bei der Verweildauer der Patienten. Zwar stieg deren Zahl um 18 Prozent auf rund 17 Millionen, doch ging die Zahl der Behandlungstage um 30 Prozent auf 143 Millionen zurück.

Häufigste Einzeldiagnose bei Männern waren Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, bei Frauen die Diagnose Herzinsuffizienz.

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