Ärzte Zeitung, 22.12.2008

Kommentar

Harte Fakten für die Meinungsbildung

Von Angela Mißlbeck

Wenn es um Maßnahmen gegen ärztliche Unterversorgung in strukturschwachen Regionen geht, sorgen neben Gemeindeschwestern immer wieder auch Wanderärzte oder Flying Doctors für kontroverse Diskussionen. In einigen ländlichen Gebieten sind die Wege zu Fachärzten schon jetzt zu lang, als dass noch von einer wohnortnahen Versorgung gesprochen werden könnte.

Da diese Regionen aber auch immer dünner besiedelt sind, ist ein Fachspezialist in eigener Praxis dort auf ein großes Einzugsgebiet angewiesen, um wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können. Wenn die oft alten, multimorbiden Patienten aber keine Möglichkeit haben, zum Arzt zu kommen, ist es nahe liegend, zu überlegen, wie der Arzt am besten zu ihnen kommt. Beispiele gibt es bereits. So kommen in einem Integrationsversorgungsprojekt Nephrologen aus Potsdam zu festen Terminen ins märkische Belzig

Nach einem ähnlichen Prinzip will das Fontane-Projekt künftig Kardiologen zu Sprechstunden in Hausarztpraxen schicken. Die Evaluation soll zeigen, ob die fliegenden Ärzte eine Vor-Ort-Versorgung realisieren können. So gewinnt man Fakten für die Diskussion um Wanderärzte, die bislang noch sehr meinungslastig geführt wird.

Lesen Sie dazu auch:
"Wanderkardiologen" starten in Brandenburg

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »