Ärzte Zeitung, 28.01.2009

Demografische Entwicklung wirkt sich auf Zahl der Blutspenden aus

Viele Spender scheiden aus Altersgründen aus / Wenig Interesse bei Jungen

MÜNCHEN (sto). Die Zahl der Blutspenden könnte wegen der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren drastisch sinken. Der Grund: Immer mehr langjährige Spender scheiden aus Altersgründen aus. Gleichzeitig rücken nicht genügend junge Spender nach.

Demografische Entwicklung wirkt sich auf Zahl der Blutspenden aus

In Bayern reichen die Vorräte an Blutspenden zurzeit oft nur noch für zwei Tage.

Foto: dpa

Darüber hinaus steige der Bedarf der Kliniken an Blutkonserven jedes Jahr im Durchschnitt um 2,6 Prozent, berichtete Dr. Franz Weinauer, Vorsitzender des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) in München. In den vergangenen Jahren habe der Blutspendedienst diese Entwicklung immer noch auffangen können. In Zukunft würden die Spielräume jedoch zunehmend enger, erklärte Weinauer. Derzeit reichten die Vorräte bei normaler Nachfrage nur noch für zwei Tage.

Beeinträchtigt werde die Möglichkeit der Blutspende nicht nur durch das zunehmende Alter der Spender. Auch der Trend zu Fernreisen, die eine Malariaprophylaxe erfordern, sowie die Zunahme bei den Grippeschutzimpfungen bewirke, dass Blutspender zumindest zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Insgesamt seien die Zahlen im Jahresvergleich jedoch immer noch stabil. Im vergangenen Jahr wurden beim BSD, der nach eigenen Angaben etwa 80 Prozent der Versorgung in Bayern sicherstellt, knapp 244 000 Spender registriert, die im Durchschnitt zweimal im Jahr an einem der etwa 5000 Blutspendetermine teilnehmen.

Um die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern auch in Zukunft sicherstellen zu können, habe der Blutspendedienst eine Reihe von Informations- und Aufklärungskampagnen gestartet, die sich in erster Linie an jüngere Menschen richten, berichtete der kaufmännische Geschäftsführer des BRK-Blutspendedienstes, Georg Götz. Im Internet und in Schulen werde jetzt für das Blutspenden geworben. Erste Erfolge seien bereits erkennbar: Im vergangenen Jahr hat der BSD bayernweit mehr als 35 200 neue Blutspender registriert.

Ein Problem sei jedoch nach wie vor, dass es in München und den anderen Großstädten vergleichsweise wenig Blutspender gibt, berichtete Weinauer. Der Anteil der Blutspender an der Bevölkerung liege in den großen Städten bei etwa einem Prozent, in ländlichen Regionen bei bis zu zwölf Prozent. Die bayernweit meisten Blutspender leben im Norden des Bundeslandes.

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