Ärzte Zeitung, 03.02.2009

Kommentar

Gesprächstherapie hilft beiden Seiten

Von Thomas Hommel

Im Gesundheitswesen sind Grabenkämpfe an der Tagesordnung. Gut, dass nun einer dieser Gräben zugeschüttet werden soll: Kassenärztliche Bundesvereinigung und Pflegerat haben vereinbart, in regelmäßig stattfindenden Expertengesprächen folgende Fragen zu klären: Wie kann gute Medizin in Zeiten eines zunehmenden Ärztemangels sichergestellt werden? Welche Aufgaben muss ein Arzt selbst erledigen? Was kann er an Praxismitarbeiter und Pflegekräfte abgeben? Wie steht es um Dinge wie Haftung und Honorierung?

In der ambulanten ärztlichen Versorgung setzt sich immer mehr die Auffassung durch, dass Arzthelferinnen oder Pflegekräfte mit Zusatzqualifikation den Hausarzt unterstützen können - und müssen. Angst, der eine nehme dem anderen was weg, muss niemand haben. Arbeit ist genug da.

Strittig bleibt, wie weit die Delegation gehen darf. Während die meisten Ärzte die Heilkunde fest in ihrer Hand behalten möchten, fordern Pflegefachkräfte, dass sie selbst bei therapeutischen Maßnahmen in ihren Bereichen die Verantwortung übernehmen dürfen. KBV und Pflegerat stehen sich hier noch unversöhnlich gegenüber. Beide Seiten sollten sich bewegen. Am Verhandlungstisch ist das allemal leichter möglich als im engen Schützengraben.

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