Ärzte Zeitung, 17.02.2009

Kommentar

Es ist genug Arbeit für alle da

Von Thomas Hommel

Eines gleich vorweg: Die Diskussion, ob lieber Schwester "Agnes" oder Arzthelferin "Verah" den Patienten zu Hause aufsuchen und so den Hausarzt von bestimmten Aufgaben entlasten soll, ist überflüssig wie ein Kropf. Der Bedarf an medizinischer Versorgung und Pflege steigt. Noch nie gab es in Deutschland so viele Singlehaushalte wie heute. Menschen, die ohne Ehepartner oder Kinder leben, benötigen außerfamiliäre Hilfe. Vor allem dann, wenn sie chronisch krank sind - und das sind immer mehr Menschen.

Der Arzt kann diese Mammutaufgabe allein nicht stemmen. Er braucht Entlastung - sei es durch Agnes, Verah oder den Pflegedienst "Mit Herz" um die Ecke. Was geklärt werden muss, das ist die Frage, welche Aufgaben die Angehörigen der Gesundheitsfachberufe vom Arzt übernehmen können, ohne dass dadurch Parallel- oder gar Konkurrenzstrukturen aufgebaut werden. Und aus welchem Topf was finanziert wird.

Gelegenheit dazu besteht auf einer Klausurtagung, zu der die Bundesärztekammer Vertreter der Fachberufe Anfang März nach Berlin geladen hat. Ärzte, Praxisangestellte und Pflegende sollten dann endlich konkrete Lösungen für eine patientenorientierte Aufgabenteilung präsentieren. Geredet worden ist schon viel zu lange.

Lesen Sie dazu auch:
Hausärzte im Osten loben Entlastung durch "Agnes"
Wie viele Stunden braucht es für eine Agnes?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »