Ärzte Zeitung, 02.03.2009

Erster Sonnenschutzkindergarten ausgezeichnet

In Deutschland ist erstmals ein Kinder- garten für sein Engagement gegen Hautkrebs ausgezeichnet worden.

Von Thomas Hommel

Staatsekretärin Marion Caspers-Merk (M.) übergab dem Berliner INA.KINDER.GARTEN die Auszeichnung "Sonnenschutzkindergarten".

Foto: PublicScience

BERLIN. Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) kürte vergangene Woche den "INA.KINDER.GARTEN" im Berliner Virchow-Klinikum zum ersten deutschen Sonnenschutzkindergarten. Die Auszeichnung ist Teil des Pilotprojekts "SunPass - gesunder Sonnenspaß für Kinder", das vom Hauttumorzentrum der Charité in Zusammenarbeit mit der European Skin Cancer Foundation (ESCF) initiiert worden ist. In Zukunft sollen weitere Kindergärten ausgezeichnet werden.

In dem Berliner Kindergarten werden Eltern und Erzieher unter anderem darüber aufgeklärt, wie Kinder wirksam vor Hautkrebs geschützt werden. Von Mai bis September gilt eine "Sonnenschutzvereinbarung".

Von Mai bis September gilt Sonnenschutzvereinbarung

Darin wird unter anderem die Nutzung von speziellen Sonnencremes und das Tragen einer ausreichend vor Sonne schützenden Kopfbedeckung empfohlen. Beim Aufenthalt im Freien wird darauf geachtet, dass die Kinder Kleidung tragen, die die Haut vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen.

"Kinder müssen ganz besonders vor den gesundheitsschädigenden Sonnenstrahlen geschützt werden. Zu viel UV-Strahlungen kann die Entwicklung von Hautkrebs begünstigen", betonte Caspers-Merk. Kinder sollten daher schon früh lernen, wie sie sich vor übermäßigen Sonnenstrahlen schützen können. "Besonders Sonnenbrände im Kindesalter schädigen die Stammzellen der Haut derart, dass noch nach Jahren oder Jahrzehnten bösartige Tumore auftreten können", erklärte auch Professor Eggert Stockfleth, Leiter am Hauttumorcentrum der Charité.

Jährlich erkranken rund 250 000 Bundesbürger

Nach Angaben von Stockfleth erkranken bundesweit jährlich mehr als 250 000 Menschen an hellem und etwa 18 000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Hauptursache dafür sei der zunehmende intensive Kontakt der Haut mit Sonnenlicht. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass UV-Strahlung Hautkrebs begünstige.

Caspers-Merk erklärte, sie halte es auch "für notwendig, dass das geplante Verbot der Solariennutzung für Minderjährige bald umgesetzt wird". Das Verbot war Teil des gescheiterten Umweltgesetzbuchs. Geplant ist nun, dass das Verbot in einem Einzelgesetz geregelt wird.

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