Ärzte Zeitung, 16.03.2009

Kommentar

Wie man sich arm rechnet

Von Helmut Laschet

Wie kommt es eigentlich, dass Ärzte mit einem Quartalsumsatz von rund 50 000 Euro nahezu vor dem Ruin stehen? Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" rechnet dies am Beispiel des Ulmer Augenarztes Dr. Robert Guggenmoos konkret vor.

In Baden-Württemberg sind Vertragsärzte in besonderer Weise von der Honorarreform betroffen, ihr Kassenumsatz ist im Vergleich zu 2008 rückläufig. Im konkreten Fall des Augenarztes liegen die Einnahmen aus den Regelleistungsvolumen um fast 10 000 Euro niedriger als die budgetierten Einnahmen im Vorjahresquartal. Das mindert den Gesamtumsatz um 16, den Quartalsüberschuss sogar um 35 Prozent.

Mal abgesehen davon, dass Honorarminderungen eines solchen Ausmaßes nicht beabsichtigt waren und deshalb korrekturbedürftig sind, ist die Frage zu stellen, ob drei Wochen vor Quartalsende wirklich schon zuverlässig alle realisierbaren Umsätze erfasst werden können. Zweifel sind erlaubt. Vollends unglaubwürdig wird die Rechnung aber dann, wenn ein Arzt, der 6200 Euro brutto im Monat verdient, verheiratet ist und zwei studierende Kinder hat, von sich behauptet, den Spitzensteuersatz zu bezahlen. Denn nur so kann man sich auf ein kärgliches Netto von 1500 Euro arm rechnen.

[18.03.2009, 10:53:48]
Dr. Roland Even 
Was soll,das ?
Feinde haben wir Ärzte ja offenbar schon genug, da brauchen wir solche Kommentare nicht in der Ärztezeitung und erst recht nicht Kommentatoren dieses Schlages ! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »